Gaddafi-Sohn: Paris verhandelt mit Tripolis

12. Februar 2016 - 21:34 Uhr

Frankreich hat nach Angaben des Sohnes des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi direkte Verhandlungen mit dessen Regime aufgenommen. "Die Wahrheit ist: Wir verhandeln mit Frankreich, nicht mit den Rebellen", sagte Saif al-Islam al-Gaddafi der algerischen Zeitung 'El Khabar'. "Frankreich hat erklärt: Sobald wir ein Abkommen mit euch (Tripolis) erzielt haben, werden wir den Übergangsrat zu einem Waffenstillstand bewegen", erklärte Gaddafis Sohn.

Die französische Regierung bestätigte dies zunächst nicht. Allerdings ließ der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet erkennen, dass Frankreich die Angriffe einstellen könnte, sobald es Verhandlungen zwischen Gaddafis Regime und den Rebellen gebe. "Wir beenden das Bombardement, wenn die Libyer untereinander verhandeln und die Soldaten beider Seiten in die Kasernen zurückgekehrt sind", sagte Longuet dem Sender BFM TV am Sonntagabend. Auf die Frage, ob dies auch für den Fall gelte, dass Gaddafi selber sich nicht geschlagen gebe, antwortete er: "Er wird dann eben in einem anderen Raum seines Palastes sein und einen anderen Titel führen."

In Frankreich stimmt am Dienstag das Parlament über die Verlängerung des Libyen-Einsatzes ab, den Sarkozy weitgehend initiiert hatte. Sarkozy hatte allerdings gehofft, dass Gaddafi sich deutlich schneller aus dem Amt vertreiben lassen würde.