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Gabriel: Deutschland als Vermittler zwischen Iran und Israel

Gabriel: Deutschland als Vermittler zwischen Iran und Israel

Gabriel besucht den Iran
Sigmar Gabriel besucht den Iran und bemüht sich um Verständigung
dpa, Michael Kappeler

"Der Schritt zu dem Atomabkommen ist ein großer Schritt"

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat eine deutsche Vermittlerrolle zur Entspannung der Beziehungen zwischen dem Iran und Israel angeboten. Zum Auftakt seines dreitägigen Iran-Besuchs verteidigte er das Existenzrecht Israels, das von Teheran angezweifelt wird. "Für Deutschland muss klar sein: Wer immer mit uns nachhaltige Beziehungen hat, der kann nicht das Existenzrecht Israels politisch infrage stellen", sagte er kurz nach der Ankunft in Teheran.

Israel fühlt sich vom Iran massiv bedroht und lehnt auch das Atom-Abkommen mit Teheran als zu lasch ab. Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, hatte in seiner ersten Rede nach dem Atom-Abkommen betont, dass sein Land den Kurs gegenüber dem "Erzfeind" Israel nicht ändern wolle.

Der Vizekanzler und Wirtschaftsminister ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der den Iran nach dem Abschluss des historischen Abkommens besucht. Der SPD-Vorsitzende betonte, dass es ihm bei dem dreitägigen Aufenthalt nicht nur um die von der deutschen Wirtschaft erhofften Milliardengeschäfte geht. Er wolle auch über Menschenrechte, Öffnung der Gesellschaft, Meinungsfreiheit und Demokratisierung sprechen. "Der Schritt zu dem Atomabkommen ist ein großer Schritt", sagte Gabriel. Es müssten aber weitere folgen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: "Die Iraner versuchen gar nicht, die Tatsache zu verstecken, dass sie die Hunderte von Milliarden, die sie mit diesem Abkommen bekommen werden, zur Finanzierung ihrer Terrormaschinerie missbrauchen werden." Gegenwärtig rüste der Iran Terrororganisationen mit Raketen aus, "in Zukunft wird er ihnen viel gefährlichere Waffen liefern können".

Die Anfang der Woche in Wien getroffene Vereinbarung soll dem Iran den Bau von Nuklearwaffen unmöglich machen. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen gegen das Land schrittweise aufgehoben werden. Gabriel ist das erste Kabinettsmitglied seit 13 Jahren, das den Iran besucht. Zuletzt war der damalige Finanzminister Hans Eichel 2002 in Teheran. Ein Jahr später begann der Streit über das Nuklearprogramm Irans und damit eine Eiszeit in den deutsch-iranischen Beziehungen.