G8-Gipfel: Freigabe von Ölreserven möglich

US-Präsident Obama machte den Vorstoß bei der Freigabe von Ölreserven - er sorgt sich um seine Wiederwahl.
© REUTERS, PHILIPPE WOJAZER

19. Mai 2012 - 20:28 Uhr

Im Kampf gegen hohe Ölpreise

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten (G8) halten sich im Kampf gegen hohe Ölpreise eine Freigabe strategischer Ölreserven offen. Die Länder seien bereits, notfalls die Internationale Energieagentur IEA einzuschalten, um die Versorgung der Märkte zu gewährleisten. Das teilten sie auf ihrem Gipfel im amerikanischen Camp David mit.

Auf die Erklärung habe vor allem US-Präsident Barack Obama gedrungen, berichteten Diplomaten am Rande des Gipfels. Der US-Präsident sei besorgt, dass ihm hohe Ölpreise die Wiederwahl im November verhageln könnten. Die Europäer sind nach früheren Angaben von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso offen für den Vorstoß. Die 'Gruppe der Acht' sprachen von einer drohenden Unterbrechung der Ölversorgung und einer steigenden Nachfrage in den kommenden Monaten.

Bereits im März hatte es Gerüchte um die mögliche Freigabe strategischer Ölreserven gegeben. Die IEA hatte damals reagiert und erklärt, keine koordinierte Freigabe zu planen, um auf die hohen Ölpreise zu reagieren. Falls Reserven freigegeben werden, kommt mehr Öl auf den Markt, und die Preise sinken.

Griechenland soll in Euro-Zone bleiben

Außerdem sprachen sich die G8-Länder für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone aus. "Alle G8-Mitgliedstaaten wollen, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt", sagte Kanzlerin Merkel am Rande der Beratungen. Voraussetzung sei aber, dass das Land die Verpflichtungen, die es eingegangen sei, auch einhalte. "Das ist von allen gleichermaßen hier so geteilt worden", sagte die CDU-Chefin.

Die G8 sei sich auch einig gewesen, dass in der Euro-Zone sowohl Wachstum als auch Haushaltskonsolidierung nötig sei, sagte Merkel. "Konsolidierung und Wachstum sind zwei Seiten einer und derselben Medaille." An dieser Stelle gebe es auch Einigkeit zwischen Frankreich und Deutschland. Wachstum könne durch Haushaltskonsolidierung, strukturelle Reformen und Zukunftsinvestitionen geschaffen werden. "Es geht nicht um Konjunkturprogramme im herkömmlichen Sinne", sagte Merkel.

Sie lehnte vorab eine Fortsetzung der Schuldenpolitik in vielen Volkswirtschaften der westlichen Welt ab, wie aus den Delegationen verlautete. Die Kanzlerin hatte wiederholt klargemacht, dass gerade auf Pump gekauftes Wachstum zu der noch immer bedrohlichen Euro-Schuldenkrise geführt hatte.