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G20-Treffen: Finanzminister Scholz wirbt für freien Handel

Olaf Scholz
Bundesfinanzminister Olaf Scholz spricht in Buenos Aires mit Journalisten. Foto: Claudio Santisteban © deutsche presse agentur

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat beim Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Buenos Aires für einen freien und fairen Welthandel geworben.

"Die Wohlstandsgewinne sind für alle größer, wenn wir kooperieren", sagte der SPD-Politiker zu Beginn des Treffens der G20-Finanzminister und Notenbankchefs.

Die argentinische G20-Präsidentschaft hat die Zukunft der Arbeit und die Verbesserung der Infrastruktur für das Wochenende auf die Agenda gesetzt. Angesichts des Zollstreits zwischen den USA, China und der Europäischen Union dürfte es aber vor allem um den globalen Handel gehen. "Handelskonflikte sind ein großes Thema", sagte Scholz.

An dem Treffen nahmen auch US-Finanzminister Steven Mnuchin, der chinesische Finanzminister Liu Kun, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, Weltbankchef Jim Yong Kim und OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría teil. "Wir befürchten, dass der Handelsstreit weiter eskaliert", sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, der als Gast geladen war.

Trotz der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Autos aus Europa mit höheren Zöllen zu belegen, sprach sich auch US-Finanzminister Mnuchin grundsätzlich für offene Handelsbeziehungen aus. "Unser Ziel ist ein freier, offener und ausgeglichener Handel", sagte er in Buenos Aires.

Zuvor hatte Trump den Europäern vorgeworfen, den Euro künstlich niedrig zu halten. Dadurch werde der Dollar teurer und die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten beeinträchtigt. Bundesfinanzminister Scholz wies die Anschuldigung zurück: "Die EU betreibt eine sehr rationale Politik. Wir versuchen nicht, über Währungsparitäten wirtschaftliche Vorteile zu erzielen."

Bei dem Treffen in Argentinien wollen die Finanzminister zudem über die Regulierung von Kryptowährungen beraten. Solche digitalen Währungen wie etwa der Bitcoin könnten für Geldwäsche oder Terrorismus-Finanzierung missbraucht werden, hieß es zuletzt in einer Analyse des IWF. "Ich bin optimistisch, dass wir dabei Fortschritte erzielen", sagte Scholz.

Die G20 erwirtschaften 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerungen und wickeln 75 Prozent des globalen Handels ab.


Quelle: DPA

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