G20-Gipfe in Osaka

Fast hätte Angela Merkel ohne Abschlusserklärung nach Hause fahren müssen

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29. Juni 2019 - 19:48 Uhr

USA stellt sich bei Verhandlungen quer

Zwei Tage lang haben die Vertreter der G20-Staaten im japanischen Osaka beraten. Herausgekommen ist nicht viel. Fast hätten alle ohne Abschlusserklärung wieder nach Hause fahren müssen. Dazu kam es dann aber doch nicht. "Also es ist gelungen nach nächtlichen und täglichen Verhandlungen, jetzt doch wieder ein 19 zu 1-Erklärung zu haben", sagte Angela Merkel nach dem Gipfel.

G20 einigen sich auf minimalen Kompromiss

Denn beim Thema Klimaschutz gab es Meinungsverschiedenheiten. Alle bis auf die USA bekannten sich in der Erklärung zum Pariser Klimaabkommen. Sie wollen weiter daran arbeiten, die Erderwärmung zu begrenzen. Nur die USA will dabei nicht mitmachen. Wäre es nach US-Präsident Donald Trump gegangen wäre das Thema Klima in der Abschlusserklärung gar nicht aufgetaucht.

Auch beim Thema Handel oder Migration konnten sich die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrieländer auf nichts Bahnbrechendes einigen. Die G20-Länder wollen nur ihre "Märkte offenhalten".

Bundeskanzlerin Merkel rückte bei dem Gipfeltreffen unfreiwillig ins Scheinwerferlicht. Nachdem sie innerhalb weniger Tage zwei Mal einen Zitteranfall erlitten hatte, waren alle besorgt um ihre Gesundheit. Merkel betonte aber, dass es ihr gut gehe. 

RTL-Korrespondent Lothar Keller hat den Gipfel verfolgt

Lothar Keller, politischer Chefkorrespondent von RTL, beim G20-Gipfel in Osaka
Lothar Keller, politischer Chefkorrespondent von RTL, beim G20-Gipfel in Osaka
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"Die G20 sind immer weniger zu gemeinsamen, bedeutenden Beschlüssen in der Lage. Dafür gibt es immer mehr Einzelgespräche am Rande", erklärte Lothar Keller, politischer Chefkorrespondent von RTL. "Vor allem dieses Speed-Dating der Staats- und Regierungschefs gibt dem G20-Gipfel weiter seine Bedeutung", meint er.

USA und China wollen Handelskonflikt beilegen

US-Präsident Donald Trump in Osaka
US-Präsident Donald Trump will erst mal keine weiteren Strafzölle für China erheben.
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Es gab aber auch Erfolge auf dem G20-Teffen: USA und China haben ihre Verhandlungen wieder aufgenommen und wollen ihren Handelskonflikt beilegen. Trump kam Chinas Staatschef Xi Jinping entgegen: Er will die Strafzölle auf alle Importe aus China vorläufig nicht ausweiten.

Trump lud außerdem spontan den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze ein. Pjöngjang wertete das als ein "sehr interessantes Angebot". Ob Kim Jong Un das Angebot annehmen wird, ist noch unklar.

Größte Freihandelszone der Welt

Die EU schloss ein Abkommen mit dem Staatenbund Mercosur, zu dem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören. Die Europäische Union und die südamerikanischen Staaten wollen die größte Freihandelszone der Welt bilden. Das historische Abkommen soll Unternehmen in der EU jährlich vier Milliarden Euro an Zöllen ersparen und damit Exporte ankurbeln.