Fußball-Wunder wird wahr: England gewinnt Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft

Nach dem Triumph im Elfmeterschießen drehen die "Three Lions" durch
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04. Juli 2018 - 8:11 Uhr

In England werden künftig viele Kinder Jordan heißen

Die Geschichte des Fußballs muss neu geschrieben werden! England hat sein nationales Trauma überwunden und zum ersten Mal in der Geschichte ein Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft gewonnen. Die "Three Lions" setzten sich mit 4:3 i.E. (1:1, 1:1, 0:0) gegen Kolumbien durch und komplettierten das Viertelfinale. In der Runde der letzten Acht treffen sie auf Schweden, das die Schweiz dank Emil Forsberg bezwang. Torhüter Jordan Pickford stieg zum Helden auf, als er den fünften Elfmeter von Carlos Bacca parierte. Anschließend schickte Eric Dier England ins Glück. Superstar Harry Kane hatte England in der regulären Spielzeit mit seinem sechsten Turniertreffer (57./Foulelfmeter) in Führung gebracht. Yerry Mina (90.+3) gelang der späte und glückliche Ausgleich für Kolumbien.

Kolumbien gegen England: Treterei statt Spektakel

MOSCOW, RUSSIA - JULY 03:  Jordan Pickford of England and Harry Maguire of England celebrate following their sides victory in the 2018 FIFA World Cup Russia Round of 16 match between Colombia and England at Spartak Stadium on July 3, 2018 in Moscow,
Die englischen Spieler wussten, bei wem sie sich nach Spielschluss bedanken mussten: Jordan Pickford.
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44.190 Zuschauer waren in freudiger Erwartung eines Offensivspektakels in die Otkrytije-Arena in Moskau gepilgert. Ein typischer Fall von Denkste! Beide Teams bearbeiteten und beackerten sich an der Grenze des Erlaubten und manchmal auch darüber hinaus.

Die Engländer hatten mehr Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe, brachten mehr Pässe an den Mann und schossen häufiger aufs Tor. Bis auf einen Kopfball von Kane in der Anfangsphase waren die 'Three Lions' aber zunächst kaum gefährlicher als Stubenkätzchen. Unter dem Strich war das immerhin noch mehr, als sich die Kolumbianer auf die Fahne schreiben konnten. Ohne den verletzten Bayern-Star James Rodriguez brachten die "Cafeteros" offensiv nichts zustande.

Yerry Mina rettet Kolumbien in die Verlängerung

03.07.2018, Russland, Moskau: Fußball: WM, Finalrunde, Achtelfinale Kolumbien - England im Spartak-Stadion. Cristian Zapata aus Kolumbien und Yerry Mina aus Kolumbien (r) nach der Niederlage im Elfmeterschießen. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-
Bei Carlos Bacca flossen nach seinem verschossenen Elfmeter die Tränen.
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Nach einer Ringereinlage von Carlos Sanchez im Strafraum gegen Kane und dem vom Tottenham-Angreifer sicher verwandelten Foulelfmeter wurde es nicht besser. Schiedsrichter Mark Geiger (USA) entglitt die Partie zwischenzeitlich komplett.

Besonders die Südamerikaner fielen fast nur noch durch Meckern und Treten auf und holten sich insgesamt sechs Gelbe Karten ab. Erst in der 81. Minute kamen sie zu ihrer ersten Chance durch Juan Cuadrado. Als in den englischen Pubs schon die Sieger-Pints gezapft wurden, drehten die Kolumbianer plötzlich auf. Nach einer Glanzparade von Keeper Jordan Pickford gegen Mateus Uribe köpfte Yerry Mina bei der folgenden Ecke (der ersten im ganzen Spiel für die "Cafeteros") in der Nachspielzeit zum Ausgleich ein. Dann spitzte sich das Drama auf das Elfmeterschießen zu.