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"Guardian"-Bericht

WM 2022 in Katar: 6.500 Gastarbeiter gestorben

In Katar sterben immer wieder Bauarbeiter, die unter teils menschenunwürdigen Bedingungen schuften
In Katar sterben immer wieder Bauarbeiter, die unter teils menschenunwürdigen Bedingungen schuften
© Imago Sportfotodienst

25. Februar 2021 - 10:41 Uhr

Tausende Gastarbeiter in Katar gestorben

6.500 Tote – und das alles, damit in einem Jahr in Katar die Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden kann. Es ist eine erschreckende Zahl, die die englische Zeitung "The Guardian" am Dienstag veröffentlicht hat. Demnach sind 6.500 Gastarbeiter in Katar gestorben, seit das Wüstenemirat 2010 den Zuschlag von der FIFA für das Turnier bekam.

Gigantisches Bauprogramm in Katar

Die Zahl der Todesfälle hat der "Guardian" aus Anfragen an die Regierungen aus den Ländern errechnet, aus denen die meisten Opfer stammen: Vor allem Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka.

Laut der Zeitung dürfte die tatsächliche Todeszahl noch höher sein, da Angaben zu Gastarbeitern aus Kenia und von den Philippinen (die ebenfalls eine große Zahl der Arbeiter stellen) nicht enthalten seien. Fälle aus den letzten Monaten des Jahres 2020 seien ebenfalls nicht eingerechnet.

Katar legte nach dem FIFA-Zuschlag für die WM ein gigantisches Bauprogramm auf: Neben dem Bau der Stadien investierte das arabische Land in eine umfangreiche Infrastruktur.

FIFA reagiert mit Eigenlob

Es sei wahrscheinlich, dass die toten Gastarbeiter auf einer der WM-Baustellen angestellt waren, sagte Nick McGeehan, Experte für Arbeitsrecht am Golf: "Ein sehr großer Anteil der Gastarbeiter, die seit 2011 gestorben sind, war nur im Land, weil Katar die Vergabe der WM für sich entschied."

37 Todesfälle werden in dem Bericht direkt auf eine Stadion-Baustelle zurückgeführt. Todesursachen seien Stürze aus großer Höhe, Arbeiter, die sich strangulierten oder an Herz-Kreislauf-Versagen starben.

Und die Reaktion der FIFA auf "Guardian"-Anfrage: "Die Häufigkeit der Unfälle auf den Baustellen der Fifa-WM war bis jetzt niedrig im Vergleich zu anderen großen Bauprojekten auf der Welt." Belege? Fehlanzeige.

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