2018 M08 19 - 15:49 Uhr

Uli Hoeneß: 2019 "mal etwas größer einkaufen"

Der FC Bayern will an sein berühmtes Festgeldkonto gehen. "Wir sammeln im Moment ein bisschen Geld ein für den Fall, dass wir nächstes Jahr mal etwas größer einkaufen müssen", kündigte Vereinspräsident Uli Hoeneß in einer Talk-Sendung an. Zu teuer darf der Neue allerdings auch nicht werden. 

Erfolg nicht mit roten Zahlen erkaufen

Uli Hoeneß hat die erste Attacke der Saison geritten. Mit viel Herzblut sprach der Münchner Fußball-Patron in der Sendung "Wontorra - der Fußball-Talk" über die Zukunft des deutschen Rekordmeisters mit ihm an der Spitze.

Vehement plädiert er dabei trotz immer höherer Summen im Profifußball für einen eigenen Münchner Weg. "Ein Fußballspieler, der 200 Millionen Euro kostet und 50, 60, 80 Millionen Euro im Jahr verdient - das kann der FC Bayern irgendwann machen, aber ich mache das nicht mit." Ein positiver Jahresabschluss sei ihm wichtiger als ein mit roten Zahlen erkaufter Erfolg.

"Ich möchte Champions-League-Sieger werden, ich möchte das Finale erreichen, aber ich möchte das nicht mit Schulden erkaufen. Wenn wir 500 Millionen Euro auf dem Konto hätten, würde ich trotzdem keinen 200-Millionen-Transfer machen", sagte Hoeneß deutlich. "Das Gesamtpaket seriös zu machen ist wichtiger, als die Champions League zu gewinnen."

"Wieder Geld in die Hand nehmen"

Allerdings werde der Tag kommen, "wo auch wir wieder Geld in die Hand nehmen müssen, gar keine Frage", sagte der 66-Jährige und enthüllte: "Wir sammeln im Moment ein bisschen Geld ein für den Fall, dass wir nächstes Jahr mal etwas größer einkaufen müssen. Aber das entscheiden die Spieler, die jetzt im Kader sind, ob wir nächstes Jahr mehr tun."

Ziel sei "ein ausgewogener Kader" mit selbst ausgebildeten Spielern und dazu "immer wieder mal einen speziellen, tollen Transfer zu machen. Das ist die Politik, die wir uns vorgenommen haben - und mal sehen, ob sie funktioniert."

Hoeneß nennt Bedingungen für Boateng- und Rudy-Verkauf

18.08.2018, Fussball DFB Pokal 2018/2019, 1. Runde, SV Drochtersen Assel - FC Bayern München, im Kehdinger Stadion Drochtersen. Jerome Boateng (Bayern München) ***DFB rules prohibit use in MMS Services via handheld devices until two hours after a mat
Jerome Boatengs Chancen auf einen Wechsel nach Paris stehen laut Uli Hoeneß bei "fünfzig zu fünfzig"
© imago/MIS, Cathrin Müller /M.i.S., imago sportfotodienst

Sehr kritisch äußerte er sich über das Financial Fairplay der UEFA. "Dieses ganze Financial Fairplay  können Sie in die Tonne klopfen, das ist sowieso nichts wert. Es  wird jedes Jahr ad absurdum geführt", sagte Hoeneß. Wenn etwa der französische Meister Paris St. Germain einen Spieler wolle, "werden sie Möglichkeiten finden. Man kann einen  Spieler für ein Jahr ausleihen und einen Kaufvertrag für das nächste  Jahr machen, dann fließt das Geld erst nächstes Jahr und schon ist  das Financial Fairplay umgangen."

Eigene Geschäfte mit PSG schloss Hoeneß allerdings nicht aus. So könnte Jerome Boateng noch zum französischen Meister wechseln. Für den wechselwilligen Innenverteidiger komme "nur noch Paris Saint-Germain in Frage", sagte Hoeneß und taxierte die Wechsel-Wahrscheinlichkeit auf "fünfzig zu fünfzig". Als Ablöse stellen sich die Münchner mindestens 50 Millionen Euro vor.

Bei Sebastian Rudy, an dem Leipzig und Schalke 04 interessiert sind, sprach Hoeneß erstmals über eine Kaufsumme. 15 Millionen Euro würden "sicherlich nicht reichen", sagte er. Man werde bei dem Mittelfeldspieler eine Lösung finden, wenn Rudy sich für einen anderen Verein entscheiden sollte und die Ablösesumme stimme. "Ich denke, dass da in der nächsten Woche Entscheidungen getroffen werden", glaubt er.