Fehlstart in 2019 perfekt

Krise spitzt sich zu: Real Madrid nur noch ein Schatten seiner selbst

Zum Jammern: Real Madrid um Torjäger Karim Benzema steckt tief in der Krise
Zum Jammern: Real Madrid um Torjäger Karim Benzema steckt tief in der Krise
© REUTERS, JUAN MEDINA, saw

07. Januar 2019 - 11:48 Uhr

Heimpleite gegen Real Sociedad bringt das Fass zum Überlaufen

Pfiffe und Buh-Rufe im eigenen Stadion – bei Real Madrid ist direkt zu Beginn des neuen Jahres mächtig Feuer unterm Dach. Die 0:2-Pleite im Heimspiel gegen Real Sociedad San Sebastian markierte schon die sechste Saisonniederlage, der Rückstand auf Spitzenreiter und Erzrivale Barcelona beträgt happige zehn Punkte. Die Verantwortlichen bei den "Königlichen" sind ratlos, die Fans auf 180.

Ronaldo-Abgang reißt Riesen-Lücke

Ein halbes Jahr nach dem Abgang von Superstar Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin ist allen Beteiligten klar: Real Madrid hat den Abgang seiner Tormaschine (450 Tore in 438 Pflichtspielen) nicht kompensieren können. Mittelfeldregisseur Toni Kroos sucht nach der Katastrophen-WM im Sommer 2018 noch immer seine Form, Kapitän und Abwehrboss Sergio Ramos schafft es momentan nicht, den Laden in Reals Hintermannschaft dicht zu halten und der einstige Hoffnungsträger Gareth Bale ist nur noch ein Schatten seiner selbst. "Gareth Bale ist eine Schande", schimpfte zuletzt der Ex-Real Spieler und Sportdirektor Pedja Mijatovic bei "EL LARGUERO". "Ich mag ihn eigentlich, aber er ist kein Anführer eines Teams wie Real Madrid. Es ist auch beunruhigend, dass er sich so oft verletzt."

Modric: "Es fehlt der Zusammenhalt"

MADRID, SPAIN - JANUARY 06: Luka Modric (L) of Real Madrid CF and his teammate Karim Benzema (R) reacts as Real Sociedad de Futbol players celebrate their second goal during the La Liga match between Real Madrid CF and Real Sociedad de Futbol at Esta
Nimmt seine Teamkollegen in die Pflicht: Weltfussballer und Vize-Weltmeister Luka Modric.
© Getty Images, Bongarts

Nach dem Gewinn des Weltpokals kurz vor dem Jahreswechsel wollte Real Boden auf die Spitzenteams der Primera Division gutmachen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Nur drei Tage nach dem 2:2 beim FC Villarreal folgte prompt die 0:2-Blamage gegen Sociedad. Weltfußballer Luka Modric legte nach der Heimpleite den Finger in die Wunde und sprach Klartext: "Es kann nicht sein, dass wir jedes Mal die gleiche Scheiße spielen. Es fehlt so ein bisschen der Zusammenhalt. Wir müssen uns hinsetzen und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen klären, was wir tun müssen, um Spiele wie diese zu vermeiden. Es ist nicht normal, was hier passiert", analysierte der Vize-Weltmeister nach der Partie.

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Transferphase als Strohhalm?

Die Real-Fans haben die Katastrophen-Auftritte ihres Teams satt. Zuletzt blieben immer mehr Plätze im heimischen Santiago Bernabeu frei. Logisch, dass Rufe nach personellen Verstärkungen im Umfeld der Madrilenen immer lauter werden. Real reagierte. Direkt nach der Sociedad-Schmach verkündete der Club die Verpflichtung von Mittelfeldtalent Brahim Diaz. Der 19-Jährige wechselt von Manchester City zu den "Königlichen" und unterschrieb bis 2025. Ob ein Youngster allerdings den Real-Karren aus dem Dreck ziehen kann, ist fraglich.

Meisterschaft? Der Zug ist längst abgefahren!

ABU DHABI, UNITED ARAB EMIRATES - DECEMBER 19: Santiago Solari, Manager of Real Madrid looks on during the FIFA Club World Cup semi-final match between Kashima Antlers and Real Madrid at Zayed Sports City Stadium on December 19, 2018 in Abu Dhabi, Un
Die Kritik an Real Madrids Coach Santiago Solari wird immer lauter
© Getty Images, Bongarts

Klar ist: Die Königlichen müssen nach den zuletzt leblosen Auftritten schleunigst die Kurve kriegen. Platz 5 genügt sicher nicht dem Anspruch eines Champions-League-Siegers. Für Trainer Santiago Solari, der erst Anfang November zum Nachfolger des Glücklosen Julen Lopetegui befördert wurde, wird die Luft immer dünner. Über die Meisterschaft in La Liga braucht sich bei Real in diesem Jahr keiner Gedanken zu machen. Weltfußballer Modric gibt die Marschrichtung für die verbleibende Saison vor: "Wir dürfen nicht auf Barcelona schauen, sondern müssen zusehen, dass wir selber wieder zurück in die Spur finden, uns spielerisch, aber auch körperlich verbessern."