Fans entfremden sich zusehends

Fußball in der Krise

04. Januar 2021 - 23:37 Uhr

Geisterspiele sorgen für schleichende Entfremdung der Fans

Die Politik entscheidet heute über neue Regeln im Corona-Lockdown, davon unberührt bleibt der Profifußball. Seit Mai letzten Jahres wird in der Bundesliga wieder gespielt und auch die internationalen Partien finden statt. Fast immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Geisterspiele sind Normalität und sorgen für eine schleichende Entfremdung der Fans von Deutschlands Sportart Nummer 1.

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Die Bundesliga sollte mehr auf soziale und ökologische Themen setzen

ARCHIV - 11.04.2019, Hamburg: Andreas Rettig, damaliger Interims-Sportdirektor des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli, hält sich während der Pressekonferenz des Vereins im Millerntor-Stadion die Hand ans Kinn. Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andrea
Der ehemalige Geschäftsführer der DFL Andreas Rettig kann sich den Namen "Green-Deal-Bundesliga" vorstellen.
© dpa, Axel Heimken, ahe nic htf exa kno

Früher gab es Fußballfeste mit Umarmungen, Jubel und Gesang. Doch heute sind die Fans wegen der Corona-Pandemie seit Monaten ausgeschlossen.

Die leeren Stadien liegen wie Mahnmale in der Fußballlandschaft. Experte & ehemaliger DFL Geschäftsführer Andreas Rettig glaubt an eine emotionale Entfremdung der Fans. "Es kommen viele Dinge zusammen, die Glaubwürdigkeit bei den Funktionären, unsinnige Wettbewerbe die aufgebläht sind und das führt in seiner Gesamtheit dazu, dass die Leute sich abwenden."

Auch eine Studie von FanQ kommt in Teilen zu diesem Ergebnis. Insbesondere die Kommerzialisierung des Fußballs stufen knapp die Hälfte der Fans als völlig überzogen ein. Rettig findet außerdem, dass die Liga mehr auf soziale und ökologische Themen setzen sollte. Er könnte sich zum Beispiel den Namen "Green-Deal-Bundesliga" vorstellen.

Und auch Fanforscher halten es für sinnvoll, dass sich in der Krise etwas tut in den Geschäftsstellen der Clubs und bei der DFL.

Ein Anfang ist die "Taskforce Zukunft Profifußball"- verschiedene Fanvertreter sind mit dabei und arbeiten seit Oktober an Reformen.