"München ist mit am besten vorbereitet"

Risiko-Experte ist sich sicher: Dieses Konzept könnte München die EM retten

22. April 2021 - 12:37 Uhr

Marcel Altenburg gehört zu den Top-Experten, wenn es um Menschenbewegungen geht

Die Entscheidung, ob in diesem Sommer Spiele der Fußball-EM in München stattfinden oder nicht, steht noch aus. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin will vor Zuschauern spielen lassen, die Stadt München nach aktueller Pandemie-Lage nicht. Die Behörden verweigerten deshalb der UEFA bislang eine Garantie für die Zulassung von Fans. Marcel Altenburg, Experte für Menschenmengen und Risikoanalyse, ist sich allerdings sicher, dass das Konzept, das er im Video erklärt, die EM in München retten kann.

Altenburg: "München ist mit am besten vorbereitet"

Altenburg lehrt an der Manchester Metropolitan University und gehört aktuell zu den Koryphäen, wenn es um Menschenbewegungen geht. Er arbeitet mit dem FC Liverpool, Bayern München sowie der UEFA bezüglich der Champions League zusammen. Außerdem hat er für den DFB federführend das Zuschauerkonzept für die EM-Spiele in der Allianz Arena entwickelt.

UEFA: Entscheidung über EM-Spielort München verschoben

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) fasste auf seiner Sitzung am Montag zum deutschen Spielort München keinen Beschluss, erst gegen Ende der Woche soll es für die bayerische Landeshauptstadt Klarheit geben.

"Es seien noch einige Dinge zu klären", sagte UEFA-Boss Ceferin. "Wir verschieben unsere endgültige Entscheidung bis Freitag. Wir müssen ein paar Dinge regeln", sagte er am Montag während eines Pressegesprächs. Dem Deutschen Fußball-Bund und München droht deshalb weiter der EM-Entzug für die Allianz Arena und die Verlegung der drei deutschen Heimspiele gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie des Viertelfinals – möglicherweise nach London.

Nach RTL/ntv Informationen ist es nicht geplant, die Zuschauerkonzepte bis zur gesetzten Frist am Freitag erneut anzupassen.

Bilbao kein EM-Spielort mehr

München hofft also noch, Bilbao (Spanien) ist dagegen raus. Die baskische Regionalregierung verkündete am Mittwoch das ungewollte Aus für Bilbao.

Die UEFA habe dies "einseitig" und gegen den Willen der Spanier entschieden. Streitpunkt ist die Frage, inwieweit Zuschauer die Spiele besuchen können. "Die EURO 2020 wird nicht in Bilbao gespielt werden", hieß es in dem Statement, "aber wir werden ihnen nicht erlauben, Spiele mit Bilbao zu spielen. Wir haben in der UEFA-Kommunikation nicht einen einzigen Grund dafür gefunden, weder sportlich, sozial oder wirtschaftlich und sicherlich nicht mit Blick auf Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus."

Das Organisationskomitee in Bilbao will angesichts des bisherigen Aufwands von angeblich 1,2 Millionen Euro auf Entschädigungszahlungen drängen.

Video: Kann die UEFA München die EM einfach wegnehmen, Herr Köster?

Auch Dublin wackelt

Neben München und Bilbao steht auch Dublin als Spielort auf der Kippe. In Irland äußerte sich am Mittwoch Vize-Premierminister Leo Varadkar äußerst skeptisch. "Wir sind sehr vorsichtig, was das angeht", sagte er dem Radiosender Today FM: "Wir denken einfach, dass Juni zu früh ist." Wenn die UEFA darauf bestehe, mindestens 25 Prozent des Stadions zu füllen, "wird es, offen gesagt, schwer sein, dass es weitergeht", sagte Varadkar.

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