Da hat einer den Mund zu voll genommen

Furchtloser Bauarbeiter isst "schärfste Erdnüsse der Welt" - und fällt um!

27. Oktober 2020 - 17:16 Uhr

Some like it hot, but ...

Scott Slater (38) ist Bauarbeiter aus dem englischen Leeds, und er ist ein furchtloser Mann. Furchtlos zumindest, was Schärfe angeht. Beziehungsweise: Er war furchtlos. Mittlerweile dürfte er Respekt vor Schärfe haben – und zwar nicht zu knapp. Er gab vor seinen Kollegen an, dass er überhaupt keine Angst vor den schärfsten Erdnüssen der Welt habe. Seine Kollegen brachten ihm auf der Arbeit eine Packung von den megascharfen Killer-Nüssen mit. Und filmten dann, was die Nüsse mit Scott machten – das ganze Angeber-Desaster sehen Sie im Video.

Kollege brachte die "schärfsten Nüsse der Welt" mit zur Arbeit

Zu wenig Selbstbewusstsein zu haben ist ein Problem. Zu selbstbewusst zu sein allerdings auch. Tom Varey (37) hat so einen Kollegen, der immer auf dicke Hose macht. Einer seiner Kollegen hatte die "schärfsten Erdnüsse der Welt", die er in einem Online-Shop gekauft hatte, zur Arbeit mitgebracht. Tom hatte morgens zwei probiert: "Die haben höllisch gebrannt", erzählt er der Daily Mail. "Ich liebe scharfes Essen wie Currys, aber das war mir zu scharf."

Ein Drama in drei Akten: Hochmut kommt vor dem Fall, lieber Scott.
Ein Drama in drei Akten: Hochmut kommt vor dem Fall, lieber Scott.
© Kennedy News & Media

"Wir konnten nicht aufhören über ihn zu lachen"

Menschen wie Scott werden in einem solchen Moment hellhörig. Er brüstet sich damit, überhaupt keine Angst vor Schärfe zu haben, verlangt die Packung Erdnüsse und verschlingt sie in einem Stück. Erst versucht er noch, cool zu bleiben. Doch dann: Hitze- und Schweißattacken, heftigster Schluckauf, übelstes Sodbrennen – wie krass Scott mit der Schärfe zu kämpfen hatte, sehen Sie im Video. "Wir konnten nicht aufhören über ihn zu lachen", erzählt Tom. "Ich habe ihn vorher noch gefragt, ob er keine Herzprobleme habe, weil sie so scharf seien."

Vorsicht: Übermäßige Schärfe kann die Gesundheit beeinträchtigen

Seine Kollegen filmten das ganze peinliche Zinnober – und stellten es ins Netz. Dabei hätte Kollege Scott eigentlich ins Krankenhaus gemusst – eine zu hohe Dosis Capsaicin kann schwerwiegende Folgen haben. "Bei übermäßig hohem Verzehr von Chilis oder Chilizubereitungen wurden ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen beobachtet", warnt beispielsweise das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Bluthochdruck können die Folgen sein. Für Kinder kann eine Überdosis Capsaicin sogar lebensgefährlich werden.

Schärfe in kleiner Dosis kann Geschmacksempfinden verstärken

ILLUSTRATION - Eine Frau beißt am 21.08.2012 in Berlin in eine Pepperoni.
Scharfes Essen
© picture alliance / dpa Themendie, Andrea Warnecke

Eigentlich sollen scharfe Gewürze als Geschmacksverstärker wirken. Die durch die Schärfe gereizten Rezeptoren in den Schleimhäuten werden besser durchblutet, somit auch die benachbarten Geschmacksnerven. Und die werden wiederum empfindlicher für die eigentlichen Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig und umami. Zumindest, wenn man bei der Schärfe nicht überdosiert.

In kleinen Mengen auch gut für die Verdauung

Für das Schärfeempfinden sind Capsaicinoide verantwortlich. Die Schärfe, die wir beim Genuss von zum Beispiel Chili empfinden, kommt zustande, weil Capsaicinoide bestimmte Nerven auf der Zunge reizen, die normalerweise auf Hitze reagieren. Je öfter man Scharfes isst, desto unempfindlicher werden diesen Nerven. Ein Mensch kann sich also an Schärfe gewöhnen. In kleinen Dosen können Capsaicinoide die Verdauung fördern. Wenn jedoch über einen längeren Zeitraum große Mengen davon verzehrt werden, kann es zu einer Entzündung der Magenschleimhaut sowie zu Nierenschäden und Lebererkrankungen kommen. Durch scharfe Speisen werden zudem die Hautporen am ganzen Körper geöffnet. Weil sich dadurch Schwitzprozess angeregt wird, kann durch Essen scharfer Speisen auch die Körpertemperatur gesenkt werden. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum gerade in Ländern mit warmem Klima gern scharf gegessen wird.

Was hilft gegen Schärfe?

Ein gutes Mittel gegen das Brennen im Mund ist Eiweiß. Milchprodukte aller Art helfen also meist sehr schnell. Auch das Essen von Brot hilft die Schärfe zu mildern. Wasser, Säfte oder Bier können Chilis dagegen nicht entschärfen. Wem es nach einer zu scharfen Chili also nur so aus dem Mund qualmt, der sollte eher flink ein Glas Milch oder einen Trinkjoghurt zu sich nehmen - statt wie Scott zu Wasser zu greifen. Das macht nämlich alles noch schlimmer. Wie Sie im Video sehen können.