Berechtigte Skepsis?

Funkloch-Gemeinde bekommt endlich Internet – und will es nicht

17. Juni 2020 - 12:59 Uhr

Gemeinderat befürchtet Gesundheitsrisiko

Nach Jahren des Lebens im Handy- und Internet-Funkloch hat die kleine 1.000-Einwohner-Gemeinde Nemsdorf-Göhrendorf in Sachsen-Anhalt bei einer Ausschreibung der Telekom den kostenlosen Bau eines LTE-Sendemasts gewonnen. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch jetzt hat sich im Gemeinderat Skepsis breitgemacht und der Bau findet doch nicht statt. Die Bewohner befürchten gesundheitliche Auswirkungen durch den neuen Mobilfunkmast.

Im Video zeigen wir die verwirrende Situation und wie es jetzt weitergehen soll.

Funklöcher überziehen Deutschland wie ein Flickenteppich

Verteilt über ganz Deutschland gibt es noch immer zahlreiche Gemeinden und Regionen, in denen es keinen flächendeckenden Handyempfang gibt. Im November 2019 verzeichnete die Funklochkarte rund 5.000 weiße Flecken bundesweit.

Gemeinden, die selbst betroffen sind, müssen nicht unbedingt wie die Gemeinde Nemsdorf-Göhrendorf auf eine Ausschreibung eines Providers warten. Mit der Funkloch-Melde-App soll jeder die Möglichkeit haben, ein solches Funkloch zu melden, um zumindest eine verlässliche Karte zeichnen zu können, in welchen Regionen es mit dem Handyempfang noch hapert – nur ist das gar nicht so leicht, so ganz ohne Mobilfunknetz.