Fulda: Frühchen Frieda ist ein "Wunder"

Die kleine Frieda kam nach nur 21 Wochen und 5 Tagen zur Welt - und sie lebt
© dpa, Klinikum Fulda

17. Mai 2012 - 12:37 Uhr

Extrem kurze Schwangerschaft

Das Klinikum Fulda ist Schauplatz einer medizinischen "Sensation", ja sogar einem "medizinischen Wunder" geworden. Mit diesen Worten beschreiben die Fachgesellschaft für Neugeborenen-Medizin und der Chefarzt die Geburt der kleinen Frieda. Sie war im November nach einer extrem kurzen Schwangerschaft von 21 Wochen und 5 Tagen zur Welt gekommen. Damals hatte sie gerade einmal 460 Gramm gewogen.

Aber das kleine Mädchen hat nicht nur das Glück, am Leben zu sein - sie wurde mittlerweile gesund und munter nach Hause entlassen. Außerdem ist Frida jetzt die jüngste Frühgeburt Europas, sagte der Chefarzt der Kinderklinik, Reinald Repp. "Das ist außergewöhnlich, da es an der Grenze der Lebensfähigkeit ist", fügte der Vorsitzende der Gesellschaft Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, Egbert Herting, noch hinzu.

"Ihr Leben stand wochenlang auf des Messers Schneide", sagte Repp. Nach Angaben der Fachleute haben bislang nur sehr wenige Frühchen in diesem Stadium überlebt. "Kinder vor Vollendung der 22. Woche sind eigentlich nicht überlebensfähig."

Zwillingsbruder schaffte es nicht ins Leben

Das allermeiste habe das kleine Mädchen jetzt geschafft, sagte Repp. Allerdings könnte es nach Expertenmeinung noch immer zu gesundheitlichen Problemen kommen. Es besteht die Gefahr von Ess- oder Aufmerksamkeitsstörungen. Allerdings räumte der Kinderklinik-Chef in Fulda dem Mädchen "alle Chancen ein, sich normal zu entwickeln".

Bei der Schwangerschaft der Mutter in Fulda hatte es bereits in der 15. Woche Komplikationen gegeben. Sie musste wegen vorzeitiger Wehen behandelt werden. Es gelang den Ärzten aber die Geburt weiter hinauszuzögern.

Eine negative Seite hat die Geschichte aber: Bei der Geburt hatte das Mädchen noch einen Zwillingsbruder. Der kleine Kilian starb jedoch nach knapp sechs Wochen trotz intensiver Versorgung an Herz- und Darmproblemen. Die Eltern haben daher gemischte Gefühle: "Wir sind überglücklich - aber es gibt auch Phasen tiefer Trauer", sagten sie der 'Fuldaer Zeitung.'