Fukushima hat ein Riesenproblem mit radioaktivem Wasser

© REUTERS, HANDOUT

10. Februar 2016 - 22:27 Uhr

Was passiert, wenn die Sammelbehälter bis oben hin voll sind?

Der Atomkraftwerkbetreiber Tepco hat mit dem havarierten AKW Fukushima weiterhin riesige Probleme. Wie 'Spiegel online' berichtet, sickern dort im Minutentakt 280 Liter Grundwasser in die Atomruine – rund 400 Tonnen pro Tag. Tepco hatte riesige Speicherkapazitäten in Form von unterirdischen Becken für die Tonnen von Wasser gebaut – der Platz wird jedoch langsam knapp.

Grundwasser strömt von den nahegelegenen Bergen ins Meer. Ein Teil davon sickert in die zerstörten Reaktoren, wo es radioaktiv kontaminiert wird. Rund 280 Liter pro Minute, 400 Tonnen pro Tag – verhängnisvolle Zahlen. "Das Wasser wird jede Minute mehr, egal ob wir essen, schlafen oder arbeiten", sagte Tepco-Mitarbeiter Masayuki Ono der 'New York Times'. Das radioaktiv verseuchte Wasser wird in riesigen Lagerbecken gesammelt – diese sind bald jedoch alle voll.

In den vergangenen Wochen geriet Tepco bereits mit der Grundwasser-Problematik in die Schlagzeilen: Wegen mehrerer Lecks traten mindestens 120 Tonnen verseuchtes Wasser aus. Vermutlich sind drei der sieben Tanks beschädigt. "Wir können nicht abstreiten, dass unser Vertrauen in die Unterwassertanks verlorengegangen ist", sagte Masayuki Ono von Tepco. "Wir können nicht das gesamte kontaminierte Wasser in Oberflächentanks pumpen, wenn wir entscheiden, die unterirdischen Becken nicht mehr zu nutzen." Es gebe schlichtweg nicht genug Platz. Die Zeitung 'Asahi Shimbun' berichtet laut 'Spiegel online', dass Tepco Speicherkapazitäten für rund 325.000 Tonnen Wasser rund um das AKW Fukushima gebaut habe. Diese Tanks seien zu 80 Prozent voll.

Bisher bleibt Tepco nur eine Möglichkeit: Noch mehr Tanks mit radioaktiv belastetem Wasser füllen und hoffen, dass sie halten. "Wir waren so auf die Brennstäbe und die geschmolzenen Reaktorkerne konzentriert, dass wir das Wasserproblem unterschätzt haben", sagte Tatsujiro Suzuki, ein Mitglied von Japans Atomenergie-Kommission, der 'New York Times'.

Die Alternative wäre: Das radioaktive Wasser einfach ins Meer leiten.