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Fujitsu schließt Werk in Augsburg: Verlieren 1.800 Menschen ihren Arbeitsplatz?

Fujitsu schließt Werk in Augsburg: Verlieren 1.800 Menschen ihren Arbeitsplatz?

FILE PHOTO: A Fujitsu logo pictured at CEATEC (Combined Exhibition of Advanced Technologies) JAPAN 2016 at the Makuhari Messe in Chiba, Japan, October 3, 2016.   REUTERS/Toru Hanai//File Photo
Fujitsu will die Entwicklung, Fertigung und Logistik von Augsburg nach Japan verlagern.
FW1F/David Goodman, REUTERS, Toru Hanai

Verhandlungen über Sozialplan laufen

Europas letztes Computerwerk steht vor dem Aus: Der japanische Konzern Fujitsu will bis 2020 seine Fabrik in Augsburg schließen. "Die Schließung betrifft alle 1.800 Beschäftigten des Standorts", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Momentan laufen allerdings Verhandlungen über einen Sozialplan. Wie viele Stellen letztendlich wegfallen, sollen die Verhandlungen mit den Arbeitnehmer-Vertretern ergeben. Die Fujitsu Technology Solutions GmbH zählt zu den größten Arbeitgebern der Stadt, die knapp 286.000 Einwohner hat. Auch etwa 300 Jobs in anderen deutschen Niederlassungen sind gefährdet.

Fujitsu will nach Japan umziehen

Wie viele Stellen letztendlich wegfallen, sollen die Verhandlungen mit den Arbeitnehmer-Vertretern über einen Sozialplan ergeben. Fujitsu hat ansonsten jedoch keinen weiteren Produktionsstandort in Deutschland, lediglich einige Servicemitarbeiter. Das Unternehmen will Entwicklung, Fertigung und Logistik nach Japan verlagern.

Wie es für die Belegschaft in Augsburg weitergeht, ist unklar. "Derzeit befinden wir uns in Verhandlungen mit der Arbeitnehmer-Vertretung", sagte der Sprecher. Für Augsburg bedeutet das die zweite angekündigte Fabrikschließung innerhalb kurzer Zeit: Auch der chinesische Beleuchtungshersteller Ledvance macht seine Fabrik in der Stadt dicht.

Stadt und Gewerkschaften zeigen sich schockiert

Die Stadt Augsburg zeigte sich in einer ersten Pressemitteilung erschüttert: "Es geht jetzt darum, für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst gute Regelungen zu treffen und Perspektiven zu eröffnen", so Oberbürgermeister Kurt Gribl. Auch die IG Metall protestierte. "Das geht an die Substanz des Wirtschaftsstandortes", sagte der bayerische Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Er forderte die Staatsregierung in München auf, "das nicht einfach zuzulassen, sondern einzugreifen".

Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) schaltete sich sofort ein: "Die Entscheidung ist vor allem für die Mitarbeiter und ihre Familien wie für die gesamte Region Augsburg ein schwerer Schlag." Er wollte sich noch am Freitag mit der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat treffen.