Für Protest ist man nie zu alt: 86-Jährige sprüht Parolen auf Schweizer Nationalbank

12. April 2017 - 18:50 Uhr

"Geld für Waffen tötet"

Normalerweise sind Friedensaktivisten, die Gebäude besprühen, viel jünger – doch auch die 86-jährige Schweizerin Louise Schneider aus Köniz im Kanton Bern ist eine waschechte Rebellin. Trotz ihres hohen Alters handelte sie sich mächtig Ärger mit der Polizei ein. Denn für wahre Überzeugung ist es nie zu spät.

Louise Schneider muss mit zur Wache
Nach der Sprüherei musste Louise Schneider mit auf die Polizeiwache.
© dpa, Anthony Anex, aa sv abl

Die Friedensaktivistin sprühte "Geld für Waffen tötet" mit roter Sprühfarbe an eine Bauwand vor dem Geldinstitut in Bern, wie mehrere Schweizer Medien berichteten. Danach wurde sie von der Polizei abgeführt. Nach einer Stunde auf der Wache wurde sie dann aber wieder freigelassen.

"Gell Louise, du musst noch etwas erledigen"

Louise Schneider wird verhaftet
Für ihre Aktion wurde die Rentnerin verhaftet.
© dpa, Anthony Anex, aa sv abl

Mit der Aktion wollte sie nicht nur gegen Waffengeschäfte der Nationalbank protestieren, sondern auch ihrem verstorbenen Ehemann einen Liebesdienst erweisen. Beide waren nämlich in der 'Gruppe für eine Schweiz ohne Waffen' aktiv. Die beiden hatten sich schon 2016 vorgenommen, die Bank zu besprühen, erzählte die radikale Rentnerin der Zeitung 'Blick'.

Doch dann bekam ihr Mann Paul Schneider (96) einen Herzinfarkt und musste sich schonen. An Neujahr starb er dann in ihren Armen. Kurz vor seinem Tod sagte: "Gell Louise, du musst noch etwas erledigen", sagte die 86-Jährige der Zeitung. Nun hatte sie genug Mut gesammelt und sich die Sprühfarbe besorgt.

"Ich würde es wieder tun"

Ihre Aktion bereut Schneider nicht, sie tat es schließlich für ihren verstorbenen Mann Paul. "Ich würde es wieder tun", sagte sie. Die Verhaftung scheint auch keine allzu unangenehme Erfahrung gewesen zu sein. Die Polizei habe sie gut behandelt und nach ihrer Freilassung half ihr ein Beamter sogar noch über die Straße. Ein Bußgeld würde sie auch zahlen. Nur für die Reinigung will sie auf keinen Fall aufkommen. Lieber würde sie die Wand selbst putzen.