Für Opfer der Amokfahrt

Um 13:46 Uhr hält Trier für eine Minute inne

Trier trauert um Opfer der Amokfahrt
Am Donnerstag sollen die Trierer für eine Minute innehalten.
www.imago-images.de, imago images/Becker&Bredel, BeckerBredel Fotografen via www.imago-images.de

Schweigeminute für Opfer und Betroffene

Fünf Menschen starben am Dienstag bei der Amokfahrt von Trier, 18 wurden verletzt. Für Donnerstag ist eine Schweigeminute für die Opfer und alle Betroffenen geplant. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hat alle Trierer dazu aufgerufen, um 13:46 Uhr in Gedenken an die Toten und die Verletzten innezuhalten. Auch die Kirchenglocken werden dann in Trier und vielerorts im gesamten Bistum läuten, wie eine Sprecherin des Bistums sagte.

Amokfahrer raste um 13.46 Uhr durch Trierer Innenstadt

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, sie würde sich freuen, wenn sich die Menschen im ganzen Land dem Gedenken anschließen würden. Sie bat Behörden, Verwaltungen, Schulen, Institutionen und Betriebe, an der Gedenkminute teilzunehmen.

13:46 Uhr war exakt der Zeitpunkt, an dem die Amokfahrt am Dienstag in der Trierer Innenstadt begonnen hatte. Der später festgenommene 51-jährige Bernd W. fuhr den bisherigen Ermittlungen zufolge gezielt einen Zickzackkurs, um Menschen zu überfahren. Es sei seine Absicht gewesen, "so viele Menschen wie möglich zu töten oder zumindest zu verletzen", hieß es. Fünf Menschen starben, 18 weitere wurden verletzt.

Überwachungsvideo zeigt Amokfahrt Aufnahmen aus Trier
00:36 min
Aufnahmen aus Trier
Überwachungsvideo zeigt Amokfahrt

30 weitere Videos

Haftbefehl gegen Tatverdächtigen

Nur vier Minuten nach dem ersten Notruf konnten Polizisten den Autofahrer stellen und festnehmen. Am Mittwoch erging Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen unter anderem wegen Mordes in fünf Fällen. Die Vernehmung des tatverdächtigen Mannes aus dem Kreis Trier-Saarburg soll fortgesetzt werden, teilte die Staatsanwaltschaft Trier mit. Noch sei das Motiv für die Amokfahrt unklar. Einen politischen oder religiösen Hintergrund schließen die Ermittler aber bislang aus. Der Mann war zur Tatzeit betrunken.

Tatverdächtiger wird dem Haftrichter vorgeführt Keine Unterbringung in Psychiatrie
00:37 min
Keine Unterbringung in Psychiatrie
Tatverdächtiger wird dem Haftrichter vorgeführt

30 weitere Videos

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Augenzeuge sah Kinderwagen auf der Straße stehen

Ihm habe sich ein Bild des Chaos und des Grauens geboten, berichtet Augenzeuge Peter Bettendorf. "Ich habe gesehen, wie die Verletzten und Toten auf dem Boden gelegen haben", sagt er. Patrick Namegabe erinnert sich, dass er zunächst Frauen auf dem Boden sah – und einen Kinderwagen. Dann habe er nach dem Kind geguckt und gesehen, dass drei Sanitäter versuchten, das Kind wiederzubeleben.

Zahnarzt und neun Wochen alte Tochter starben in Trier

Opfer des Attentats von Trier
Bei der Todesfahrt von Trier wurden der Zahnarzt Georgios K. und seine kleine Tochter Virginia getötet.
privat

Die Trauer der Menschen in Trier und in der Umgebung sei groß, sagte die Bistumssprecherin. Im Trierer Dom sei ein "Gedenkort" eingerichtet worden: Ein Kondolenzbuch liege aus, das auch rege genutzt werde. Das Glockengeläut um 13:46 Uhr könne eine Einladung zum stillen Gebet sein.

In der Fußgängerzone starben fünf Menschen: Drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren sowie Zahnarzt Georgios K. (45) und seine neun Wochen alte Tochter Virginia.