2018 M12 2 - 17:54 Uhr

Menschenrechtsorganisation verurteilt die Auktion

Nyaling Ngong Deng Jalang ist 16 Jahre alt. Eine große, schlanke, junge Frau aus dem Südsudan. Sie hatte wohl keine richtige Kindheit und Jugend, wie wir sie uns vorstellen. Als wäre das nicht schlimm genug, wurde sie auf Facebook versteigert - von ihrem eigenen Vater.

"Die Praxis ist eine schwere Menschenrechtsverletzung"

Die Menschenrechtsorganisation "H4HumanRights" hat einen Tweet mit einem inzwischen gelöschten Post veröffentlicht. Darin wird aufgerufen, Gebote für die junge Frau abzugeben. Ein Geschäftsmann aus Juba, der Hauptstadt des Südsudan, hat am meisten geboten. Mit einem Angebot von 500 Kühen, 10.000 US-Dollar und drei Luxusautos hat er sich gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Nur wenige Tage später heiratet Nyaling ihren "Besitzer".

Kinderehen und Sklaverei sind im Sudan zwar per Gesetz verboten. Das Gesetz wird aber gerade in ländlichen Gegenden häufig missachtet. Anwälte im Südsudan fordern nun die Regierung auf, gegen die Auktionen vorzugehen. "Die Praxis ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Es entzieht den Mädchen nicht nur die Bildung und schränkt ihre Zukunftschancen in ihrem Leben ein, sondern erhöht auch das Gewaltrisiko, gefährdet ihre Gesundheit, reduziert die Mädchen darauf, ein Eigentum zu sein und entzieht ihnen das Recht auf freie Wahl", sagte Rechtsanwältin Suzy Natana lokalen Medien.

Südsudan: Viele Frauen sind Opfer sexueller Gewalt

Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, sind in einem Gebiet im Südsudan 125 Frauen und Mädchen innerhalb einer Woche zu Opfern "schrecklicher sexueller Gewalt" geworden. Einige der misshandelten Mädchen seien jünger als zehn Jahre. Die Opfer seien nicht nur vergewaltigt, sondern auch mit Stöcken oder Gewehrkolben geschlagen worden. "Selbst Schwangere wurden von den brutalen Angriffen nicht verschont", schilderte MSF-Hebamme Ruth Okello.

Ärzte ohne Grenzen macht keine Angaben zu den mutmaßlichen Tätern. Das Ausmaß der Gewalt legte jedoch nahe, dass es sich um eine bewaffnete Gruppe gehandelt haben könnte, also Rebellen oder Streitkräfte. Nach fünf Jahren Bürgerkrieg - in dem Zehntausende getötet wurden und über vier Millionen Menschen geflohen sind - standen die Zeichen im Südsudan zuletzt auf Frieden. Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar unterzeichneten ein Abkommen, das eine Teilung der Macht vorsieht. Ob der Vertrag halten wird, muss sich noch zeigen.