Für 155 Millionen Euro

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun verkauft Großteil seiner Aktien

24. Juni 2020 - 9:44 Uhr

Im Video: Darum geht es im Wirecard-Skandal

Hat da etwa jemand noch schnell abkassiert, bevor das Kartenhaus komplett zusammenbricht? Fest steht: Ex-Wirecard-Chef Markus Braun hat einen großen Teil seiner Aktien an dem von einem Bilanzskandal existenzbedrohten Dax-Konzern abgestoßen – für insgesamt 155 Millionen Euro. Erst am Dienstag wurde der per Haftbefehl gesuchte Manager festgenommen und einige Stunden später für eine Kaution in Höhe von 5 Millionen Euro wieder freigelassen. Dann bleiben auf jeden Fall noch 150 Millionen Euro übrig.

Trotz der Verkäufe: Ex-Wirecard-Chef macht wohl eine halbe Milliarde Euro Verlust

In einer Serie von Verkäufen hat Markus Braun am Donnerstag und Freitag insgesamt 155 Millionen Euro erlöst, wie Wirecard in mehreren Ad-hoc-Mitteilungen am Dienstagabend mitteilte. Der im Bilanzskandal um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro als Mittäter unter Verdacht stehende Braun war bislang mit einem Anteil von sieben Prozent auch größter Wirecard-Aktionär.

Der Dax-Konzern hat insgesamt knapp 123,6 Millionen Aktien im Umlauf, damit müsste Braun über fünf Millionen seiner rund 8,7 Millionen Wirecard-Papiere verkauft haben. Die Wirecard-Papiere haben seit Mittwochabend über zehn Milliarden Euro an Wert verloren, Braun selbst dürften die Kursverluste um über eine halbe Milliarde Euro ärmer gemacht haben.

Braun war am vergangenen Freitag wegen des Bilanzskandals um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro zurückgetreten, die Münchner Staatsanwaltschaft hatte ihn am Montagabend festgenommen. Das Münchner Amtsgericht hat den Haftbefehl gegen hohe Auflagen außer Vollzug gesetzt. Braun muss fünf Millionen Euro Kaution hinterlegen und sich wöchentlich bei der Polizei melden.

Das Unternehmen Wirecard aus Aschheim bei München verdient sein Geld eigentlich mit der Technologie, die hinter dem bargeldlosen Bezahlen steckt. So ist Aldi einer der größten Kunden von Wirecard.


Quelle: DPA / RTL.de