Fünf wichtige Fakten zur tödlichen Ebola-Epidemie

31. Juli 2015 - 17:10 Uhr

Sterbe-Wahrscheinlichkeit liegt bei 90 Prozent

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika greifen die Länder zu immer drastischeren Maßnahmen. Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf ordnete die Schließung aller Schulen des Landes an. Außerdem erklärte sie den 1. August in ganz Liberia zu einem arbeitsfreien Tag. Dann sollen alle öffentlichen Gebäude desinfiziert werden. Zuvor hatte Liberia bereits fast alle Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen.

Fünf wichtige Fakten zur tödlichen Ebola-Epidemie
Ausgebrochen ist die Ebola-Krankheit im Februar im westafrikanischen Guinea.
© dpa, Ahmed Jallanzo

Sierra Leone hat die schwere Ebola-Epidemie in der Region zum Gesundheitsnotfall erklärt. Präsident Ernest Bai Koroma will durch den Schritt offenbar versuchen, die Seuche mit einem verschärften Maßnahmenpaket in den Griff zu bekommen. So sollen ganze Gebiete im Osten des Landes unter Quarantäne gestellt werden. Die Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, für die Durchführung der Anordnung zu sorgen, berichtete der britische Sender BBC.

Ausgebrochen ist die Ebola-Krankheit im Februar im westafrikanischen Guinea. Seitdem meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 670 Todesfälle bei der schwersten Ebola-Epidemie aller Zeiten. Einmal an ihr erkrankt, liegt die Sterbe-Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent. Doch was macht Ebola so gefährlich? Besteht auch für Menschen in Deutschland die Gefahr eines Ausbruchs?

1. Was macht Ebola so gefährlich? Ebola ist hoch ansteckend und verursacht hohes Fieber, schweres Erbrechen, Durchfall sowie äußere und innere Blutungen. Bisher gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie. In neun von zehn Fällen endet die Erkrankung tödlich.

2. Wie steckt man sich mit Ebola an? Die Ansteckung erfolgt bei direktem Körperkontakt mit Erkrankten, deren Körperflüssigkeiten oder bei Kontakt mit Menschen, die an Ebola gestorben sind. "In Afrika wird das Virus bei der Pflege von Erkrankten in der Familie, bei der Waschung der Verstorbenen durch Familienangehörige und durch direkten Kontakt zum Verstorbenen auf den Begräbnissen übertragen", so Professor Stephan Günther vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Als Überträger des Erregers gelten neben Menschen auch Affen, Waldantilopen und Flughunde.

Gefahr für Deutschland?

3. Warum schaffen es Experten nicht, das Virus zu bekämpfen? "Wir dachten Ende Mai, der Ausbruch ist nahezu eingedämmt, man habe ihn unter Kontrolle", sagt der Tropenmediziner Jonas Schmidt-Chanasit. Ein Irrtum. "Aber so viele Fälle gab es noch nie, es ist der größte Ebola-Ausbruch in der Geschichte". Problematisch ist auch der Umgang vieler Afrikaner mit der Krankheit. Sie glauben den Ärzten nicht, halten Ebola für einen Fluch. Medienberichte und persönliche Berichte sprechen dafür, dass die Eindämmung des Ausbruchs möglicherweise daran gescheitert ist, das Vertrauen und die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, schreibt das Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten ECDC.

4. Wo wird der Ursprung des Ebola-Ausbruches in Westafrika vermutet? Laut ECDC gilt eine im Dezember 2013 in Guinea gestorbene Zweijährige als erstes Opfer der Epidemie, bevor sie im Februar im Land großflächig ausgebrochen ist.

5. Welche Gefahr besteht für Deutsche? "Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand die Erkrankung einschleppt, ist Deutschland bereits bestens ausgerüstet", beruhigt Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts. Das ECDC hingegen hält es für möglich, dass Reisende das Virus mitbringen und hier weitere Menschen infizieren. "Das Risiko von Touristen, sich während eines Aufenthalts in den betroffenen Regionen mit dem Ebola-Virus zu infizieren, ist trotzdem extrem gering", schreibt die Behörde.