Fünf statt 100 Millionen - Doping-Sünder Lance Armstrong entgeht Schadenersatz-Prozess

Sieben Tour-Siege - allesamt mit Doping! Um einen Schadenersatz-Prozess zu vermeiden, zahlt Lance Armstrong 5 Millionen Dollar an die US-Regierung.
Sieben Tour-Siege - allesamt mit Doping! Um einen Schadenersatz-Prozess zu vermeiden, zahlt Lance Armstrong 5 Millionen Dollar an die US-Regierung.
© dpa, Olivier Hoslet, gh ts nic

20. April 2018 - 9:43 Uhr

Armstrong einigt sich mit US-Justizministerium

Fünf Millionen Dollar blechen, um sich aus einem Schadenersatz-Prozess um 100 Millionen Dollar 'freizukaufen'. Auf diesen Deal haben sich der gefallene Rad-Held Lance Armstrong und das Justizministerium in Washington verständigt. Das berichten die 'Washington Post' und die 'New York Times'.

Armstrong froh, "dass der Fall erledigt ist"

Armstrong, wegen jahrelangen Dopings von der Sportwelt geächtet, zahlt demnach fünf Millionen Dollar an die amerikanische Regierung. Der Prozess um Schadenersatz gegen den 46-Jährigen ist dadurch vom Tisch. In der Verhandlung wäre es um fast 100 Millionen Dollar gegangen. Geklagt hatten das US-Justizministerium und Armstrongs früherer Teamkollege Floyd Landis. Der Vorwurf: Betrug.

"Ich bin froh, dass dieser Fall erledigt ist und ich mein Leben fortsetzen kann. Ich bin zwar der Meinung, dass diese Klage gegen mich unfair war, versuche aber seit 2013 die volle Verantwortung für meine Fehler zu übernehmen", sagte Armstrong. Die Regierung wertete den Deal als Erfolg.  "Niemand steht über dem Gesetz. Dieser Vergleich zeigt, dass Diejenigen, die die Regierung betrügen, zur Verantwortung gezogen werden", befand Chad Readler, Anwalt des Justizministeriums.

Doping-Beichte bei Oprah

Dass Armstrong in seiner Rad-Karriere gelogen und betrogen hat, ist bewiesen. Im Jahr 2012 deckte die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA die Machenschaften des einstigen Rad-Stars und seiner Rennställe US Postal und Discovery auf. Armstrongs sieben Siege bei der Tour de France von 1999 bis 2005 wurden allesamt gestrichen, 2013 gestand er in einem bizarren Interview mit Oprah Winfrey, bei all seinen Tour-Triumphen gedopt zu haben.

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Auch Ex-Kollege Landis kriegt Kohle

Cyclist Lance Armstrong is interviewed by Oprah Winfrey in Austin, Texas, in this January 14, 2012 handout photo courtesy of Harpo Studios. REUTERS/Harpo Studios, Inc/George Burns/Handout (UNITED STATES - Tags: MEDIA SPORT CYCLING SOCIETY ENTERTAINME
Bei Talkshow-Queen Oprah Winfrey gestand Armstrong 2013 jahrelang gedopt zu haben.
© Reuters, George Burns

Hintergrund des nun abgeblasenen Prozesses: Die Gesellschaft Tailwind Sports hatte als Besitzer des Armstrong-Teams von 2000 bis 2004 mehr als 32 Millionen Dollar vom staatlichen Sponsor US Postal kassiert. Die Regierung argumentierte, Armstrong habe mit seinem Doping-Betrug den Wert des US-Postal-Teams mehr als zunichte gemacht.

Armstrong warf seinem einstigen Arbeitgeber dagegen vor, von den Doping-Praktiken stets gewusst zu haben. Außerdem sei der erzielte Werbewert weitaus höher gewesen, als der später erlittene Imageschaden.

Armstrong muss sein Haus verkaufen

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© dpa, Gero Breloer

Dieser Streit ist durch die 5-Millionen-Dollar Zahlung Armstrongs beigelegt. Der Texaner zahlt außerdem 1,65 Millionen Dollar an seinen langjährigen Adjutanten Landis, um dessen Rechtskosten zu decken. Laut 'Washington Post' beendet der Deal das letzte gegen Armstrong anhängige Verfahren.

Armstrong dürfte fürs Erste durchpusten, denn finanziell steht es um den einstigen Multi-Millionär wohl alles andere als zum Besten. In zahlreichen Schadenersatz-Prozessen verlor Armstrong bereits 20 Millionen Dollar. Jüngst schaltete er eine Anzeige, um sein Haus in Texas zu verkaufen. Preis: 7,5 Millionen Dollar.