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Fünf Säuglinge in Ulm vergiftet: Darum ermittelt die Staatsanwaltschaft NICHT wegen versuchten Mordes

Tatort Kinderklinik

Fünf Säuglinge in Ulm vergiftet: Darum ermittelt die Staatsanwaltschaft NICHT wegen versuchten Mordes

Fünf Säuglinge in Ulm vergiftet Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft:
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Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft:
Fünf Säuglinge in Ulm vergiftet

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Im Video: Behörden erklären, warum wegen versuchten Totschlags ermittelt wird

Eine Krankenschwester hat in Ulm offenbar Morphium in die Muttermilch für fünf Säuglinge gemischt. Das ist lebensgefährlich. Polizei und Staatsanwaltschaft haben auf einer Pressekonferenz berichtet, wie die grausame Tat aufgefallen ist. Im Video erklären die Behörden, warum gegen die Krankenschwester nicht wegen versuchten Mordes, sondern wegen versuchten Totschlags ermittelt wird.

Säuglinge mussten teils künstlich beatmet werden

Kurz vor Weihnachten hatten in der Uniklinik in Ulm plötzlich fünf Früh- und Neugeborene lebensbedrohliche Atemprobleme. Drei der fünf Kinder mussten sogar künstlich beatmet werden. Zuerst ging die Klinik von einer Infektion aus. Nach einer umfangreichen Laboruntersuchung stand dann aber fest: Die Kinder haben das Betäubungsmittel Morphium bekommen.

"Dank des raschen und sofortigen Eingreifens des Klinikpersonals konnte das Leben der fünf Säuglinge gerettet werden und nach bisherigen Erkenntnissen sind auch gesundheitliche Folgen für die fünf Kinder nicht zu erwarten", erklärte Bernhard Weber von der Ulmer Polizei.

Spritze im Spind überführte mutmaßliche Täterin

Die fünf Kinder waren zu dem Zeitpunkt zwischen einem Tag und fünf Wochen alt. Die Polizei durchsuchte sofort die Station und befragte alle Ärzte und Schwestern. Dann wurden die Beamten schnell fündig: "Hellhörig hat uns ein Fund gemacht in einem Spind im Uniklinikum, der dieser Station zugeordnet ist. Da haben wir eine Spritze gefunden", so Staatsanwalt Christof Lehr. Eine Untersuchung hat den Verdacht bestätigt: Es war Morphin in der Spritze.

Die Krankenschwester streitet ab, die Kinder vergiftet zu haben. Sie sitzt derzeit in Untersuchungshaft wegen versuchten Totschlags. Im Laufe der Ermittlungen kann aber auch gegen sie wegen versuchten Mordes ermittelt werden. Das Motiv ist bislang unklar.

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