Fünf am Tag überholt: Sieben Portionen Obst und Gemüse pro Tag optimal

Bei Obst und Gemüse gilt tatsächlich die Devise: viel hilft viel. Wer mindestens sieben Portionen pro Tag isst, kann sein Sterblichkeitsrisiko minimieren.
Bei Obst und Gemüse gilt tatsächlich die Devise: viel hilft viel. Wer mindestens sieben Portionen pro Tag isst, kann sein Sterblichkeitsrisiko minimieren.
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25. Mai 2016 - 8:37 Uhr

Ist die DGE-Empfehlung "5 am Tag" überholt?

"Fünf am Tag" – so lautet die bisherige Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dahinter verbirgt sich die Empfehlung, täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Eine Portion entspricht dabei einer Handvoll. Nun kommt eine aktuelle Untersuchung britischer Forscher zu folgendem Ergebnis: Nicht fünf, sondern sieben Portionen Obst und Gemüse schützen am besten vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senken auch das Sterblichkeitsrisiko.

Die Forscher um Oyinlola Oyebode vom University College London haben für ihre Studie rund 65.200 Teilnehmer befragt. Berücksichtigt wurden dabei Alter, Geschlecht, BMI sowie der Bildungsstand. Berücksichtigt wurde auch, ob die Befragten Sport trieben, Alkohol tranken oder rauchten. Hinsichtlich des Obst- und Gemüsekonsums mussten die Studienteilnehmer nicht nur angeben, wie viel davon sie aßen, sondern auch, ob es sich um frisches oder beispielsweise Dosenobst oder –gemüse handelt.

Mindestens sieben Portionen Obst und Gemüse senken Sterberisiko um 42 Prozent

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 57 Jahren. Die Wissenschaftler beobachteten die Gruppe acht Jahre lang. In dieser Zeit starben insgesamt 4399 der Befragten. In der Gruppe, die am Tag nur eine Portion Obst und Gemüse aß, lag der Anteil bei acht Prozent. In der Gruppe mit dem höchsten Obst- und Gemüsekonsum - sieben Portionen und mehr am Tag - lag der Anteil bei vier Prozent. Wer sieben oder mehr Portionen Obst und Gemüse aß, konnte dadurch sein Sterberisiko um 42 Prozent gegenüber denjenigen senken, die weniger davon verzehrten.

Allerdings machen die Forscher nicht den Obst- und Gemüsekonsum allein für diesen Effekt verantwortlich. Die Forscher beobachteten vielmehr, dass Menschen, die sich gesund und ausgewogen ernähren, auch seltener rauchen und insgesamt gesünder leben.

Eine weitere Erkenntnis: Der Effekt des Verzehrs von viel frischem Gemüse auf das Sterberisiko ist größer als der von Obst. Und Dosenobst oder gefrorene Früchte gingen sogar mit einer leichten Erhöhung des Sterblichkeitsrisikos einher. Dafür machen die Forscher den Zucker verantwortlich, der die Früchte in Dosen oder Gläsern länger haltbar macht. Auch die beliebten Smoothies, Fruchtsaft und auch Trockenobst haben keinen positiven Effekt auf die Sterblichkeit, da sie ebenfalls viel Zucker enthalten. Sie sollten folglich auch nicht als Obst- oder Gemüseportion gezählt werden.

Die Forscher räumen allerdings ein, dass der vermehrte Verzehr von Dosenfrüchten auch auf mangelnde Zeit und damit Stress hinweisen könnten. Neben einer ungesunden Ernährung mit viel Alkohol, wenig Bewegung gilt auch Stress als einer der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein dadurch erhöhtes Sterblichkeitsrisiko.

Ob Sie nun weniger oder mehr als fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag essen: Greifen Sie bevorzugt zu frischen Früchten. Und eine Portion ist besser als keine!