Frustabbau auf brasilianisch: Schwere Randale nach dem WM-Debakel gegen Deutschland

9. Juli 2014 - 12:06 Uhr

RTL-Reporter Adrian Geiges: "Vorgeschmack auf die nächsten Wochen"

Kaum war das Halbfinale in Belo Horizonte abgepfiffen, brannten schon Busse in São Paulo und Curitiba: So geht offenbar Frustabbau auf brasilianisch. Zu Raufereien, Festnahmen und Verletzten kam es in mindestens vier weiteren Städten. Die Bilder erinnern an die an die gewaltsamen Sozialproteste im Vorfeld der in Brasilien hoch umstrittenen Fußball-WM.

"Was diese Nacht an der Copa Cabana passiert ist, ist möglicherweise nur ein Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Wochen hier in Brasilien passieren wird", meint RTL-Reporter Adrian Geiges in Rio de Janeiro.

Schwerstarbeit für die Polizei

In São Paulo steckten Randalierer mehrere Busse in einer Garage eines Transport-Unternehmens in Brand. Auch in Curitiba richtete sich die Wut über die historische Pleite gegen den öffentlichen Nahverkehr. Kurz nach Schlusspfiff wurden in mehreren Bussen Scheiben zerschlagen. Der tobende Mob versuchte, drei Fahrzeuge in Brand zu stecken.

In Belo Horizonte war die erste Bilanz: acht Verhaftete, zwölf Verletzte. Im bei Spielen der Seleção immer gut besuchten Kneipenviertel Savassi hatte die Polizei bei mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen Schwerstarbeit zu verrichten. Auch im Mineirão-Stadion erhitzten sich die Gemüter. Die Security-Leute waren aber meist schnell zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern.

Auch auf den FIFA-Fan-Festen schlug die Partystimmung in Gewalt um. An der Copacabana löste eine Massenkeilerei kurzzeitig Panik aus. In Recife mussten berittene Polizisten Kämpfe unter den Fans stoppen. In Salvador wurde die Musikshow nach dem Spiel nach einer Schlägerei abgebrochen.