Tief bringt Polarluft in die USA und Kanada

Frühling bei uns kontra Winter in Nordamerika

© dpa, Mike Bradley

07. April 2020 - 18:44 Uhr

USA feiert Ostern mit Winterfeeling

Der April ist eigentlich der zweite Frühlingsmonat des Jahres und man könnte wärmeres Wetter erwarten. Wärmer zumindest, als die Temperaturen, die für die USA in der kommenden Woche prognostiziert werden. Doch wie so oft kommt es anders als man denkt.

Luft aus der kalten Polarregion strömt über die USA und Kanada herein und der Winter konkurriert zum wohl letzten Mal in diesem Jahr mit dem Frühling. Während wir in Europa dem Winter bereits "Auf Wiedersehen" gesagt haben, müssen die Nordamerikaner damit noch etwas warten.

Schnee und Frost

Am 16 April hält sich das Tief noch  über dem Zentrum und Osten des nordamerikanischen Kontinents auf.
Am 16 April hält sich das Tief noch über dem Zentrum und Osten des nordamerikanischen Kontinents auf.
© tropicaltidbits.com

Die nördlichen Polarregionen erwärmen sich nicht so schnell und befinden sich temperaturtechnisch noch immer im Winter. Zwei Hochdruckgebiete im Nordpazifik und im Nordatlantik flankieren ein Tiefdruckgebiet auf dem nordamerikanischen Kontinent. Dieses Tief saugt kalte Polarluft an und bringt sie in der kommenden Woche nach Kanada und die USA.  

Die Rückkehr des Winters spüren vor allem die Bundesstaaten im Osten und Zentrum des Kontinents. Während wir also gerade uns an die schönen Seiten des Frühlings gewöhnen, müssen sich die Amerikaner erneut mit Schneefall und frostigen Nächten auseinandersetzen.

Deutschland profitiert von warmer Südströmung

Bis zum 19 April bewegt sich das Tief Richtung Nordosten des nordamerikanischen Kontinents.
Bis zum 19 April bewegt sich das Tief Richtung Nordosten des nordamerikanischen Kontinents.
© tropicaltidbits.com

Meteorologin Constanze Ahlers erklärt das Phänomen: "Zwischen den kalten Polarregionen und den warmen Gebieten am Äquator gibt es einen kontinuierlichen Austausch der Luftmassen. Dabei strömt Kaltluft südwärts und Warmluft nordwärts. Gesteuert wird der Austausch von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Zur Zeit haben wir in Deutschland Glück und profitieren von einer warmen Südströmung, das war beispielsweise im März über Wochen hinweg nicht der Fall. Wir können uns an die kühlen Tage und frostigen Nächte erinnern. Nordamerika erwischt es nun mit einem kräftigen Kaltluftvorstoß aus polaren Breiten ab dem Wochenende."

Winterliche Temperaturen wohl auch weiterhin

Im Laufe der Woche bewegt sich das atlantische Hochdrucksystem mehr in Richtung Europa und bringt wärmere Luft dorthin. Über Nordamerika verlagert sich das Tiefdruckgebiet zusammen mit der kalten Luft etwas nach Osten.

Wie lange der Winter noch über Nordamerika herrscht, kann noch nicht genau vorhergesagt werden. Das Tiefdruck Gebiet wird sich aber wohl noch etwas im Osten Kanadas aufhalten und auch die Nordöstlichen Bundesstaaten der USA weiterhin mit winterlichen Temperaturen versorgen. In Europa sieht es hingegen eher nach einem warmen Frühling aus.

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