Fritzl wollte Tochter in Säure auflösen

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Josef Fritzl während seines Prozesses in St. Pölten.
dpa, A2918 epa apa Jaeger Pool

Geplantes Ende eines Doppellebens

Josef Fritzl, der Mann, der seine eigene Tochter eingesperrt und vergewaltigt hatte, soll den Mord an seiner heimlichen Familie geplant haben. Dies meldet die englische 'Sun'. Sie beruft sich auf einen 19-Jährigen, der drei Monate lang eine Zelle mit dem Entführer und Vergewaltiger in der Justizanstalt St. Pölten geteilt hatte. Fritzl wollte dem jungen Mithäftling eine Vaterfigur sein und vertraute diesem seine grausamen Pläne an.

Der 75-jährige Fritzl aus Amstetten in Österreich fühlte sich nach eigener Aussage zu alt für ein Doppelleben. Somit wurde Fritzl vor eine bizarre Wahl gestellt: Seine Tochter Elisabeth und deren drei ihrer sieben Kinder freizulassen und sich der Justiz zu stellen oder sie alle zu töten. Fritzl hatte sich nach der Aussage seines Zellengenossens für die Ermordung seiner Opfer entschieden. Die Leichen wollte er in Säure auflösen, um alle Spuren zu verwischen. Fritzl soll die Tat bereits detailliert geplant haben, schreibt die 'Sun'.

Trotz der unmenschlichen Taten genießt Fritzl in der Bevölkerung offenbar Rückhalt. Nach Angaben des ehemaligen Zellengenossen habe Fritzl Berge von 'Fanpost' erhalten. Er zeigte ihm sogar ein Foto von einer Frau, die vor einem maskierten Mann posierte.

Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten

Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth von 1984 an 24 Jahre lang im eigenen Keller eingesperrt, sie vergewaltigt und mit ihr acht Kinder gezeugt. Drei von ihnen lebten mit dem Vergewaltiger und dessen Frau in der gemeinsamen Wohnung, drei andere blieben mit ihrer Mutter im Keller eingesperrt. Das erste Kind war eine Fehlgeburt, ein Zwilling starb unmittelbar nach der Geburt. Fritzl gab an, die Leiche verbrannt zu haben. Der Öffentlichkeit hatte er erklärt, die Tochter sei im Alter von 18 Jahren einer Sekte beigetreten. Mit seiner Frau hatte Fritzl weitere sieben gemeinsame Kinder.

Im April 2008 wurde Fritzl verhaftet und anschließend wegen Mordes, Vergewaltigung, Freiheitsentzug, schwerer Nötigung, Sklavenhandels, und Inzest angeklagt. Das Landgericht St. Pölten verurteilte ihn zu lebenslanger Haft mit anschließender Verwahrung in einer Anstalt für "geistig abnorme Rechtsbrecher".