Winzer, Hotelier und Weltmeister-Patensohn

Fritz Keller: So tickt der neue DFB-Präsident

27. September 2019 - 10:08 Uhr

Nach dem skandalumwitterten Rücktritt von Reinhard Grindel zu Beginn des Jahres braucht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen neuen Präsidenten. Fritz Keller ist der designierte Nachfolger. Am Freitag (27.09.) wird Keller in Frankfurt, auch vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, aller Vorraussicht zum neuen starken Mann gewählt. Der 62-Jährige soll den DFB in ruhige Gewässer manövrieren und wieder authentisch. RTL.de stellt euch den neuen DFB-Boss vor.

Patenkind von Fritz Walter

Friedrich Walter Keller, abgekürzt Fritz Keller, hat die Fußballschuhe schon in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater Franz machte Fritz Walter, Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1954, zum Patenonkel. Die WM-Helden von '54 feierten damals in Oberbergen, der Heimat der Kellers, in aller "Stille" ihren Triumph.

Winzer mit Leidenschaft

Fritz Keller
Mehr als nur ein Getränk: Fritz Keller ist begeisterter Winzer.
© dpa, Patrick Seeger, pse nic hak

Beruflich ist Keller in die Fußstapfen seines Vaters getreten und hat das Familien-Weingut auf dem Kaiserstuhl übernommen. Innovativ und modern betreibt der 62-Jährige seine Firma. Franz-Keller-Weine sind weltweit bekannt und stehen für ausgesprochene Qualität. "Weine müssen fein und elegant sein", sagt Keller.

Ausgezeichnet mit Michelin Stern

Zu jedem guten Wein gehört auch ein leckeres Essen - es versteht sich also fast von selbst, dass die Kellers auch einen Landgasthof mit eigens betriebenem Restaurant haben. Der "Schwarze Adler" hat eine Weinkarte mit über 2700 Weinen und besitzt seit 50 Jahren einen Michelin Stern. Stolz erzählt Keller immer wieder, dass seine Mutter Irma als erste Frau in Deutschland die Auszeichnung erkocht hat.

Um die Zukunft seiner Geschäfte braucht der Winzer sich ebenfalls keine Sorgen zu machen. Seine drei Söhne - ein Winzer, ein Hotelier und ein Fußballer - werden ihrem Vater alle Ehre machen.

Funktionär und Menschenfänger

Den Einstieg in das Fußball-Geschäft fand Keller beim SC Freiburg als Marketingchef. Dem Sportclub gehört er seit 1994 dem Vorstand an und bekleidet seit 2014 auch das Amt des Präsidenten. Den Job wird der Genussmensch für die Stelle beim DFB allerdings ablegen müssen.

Nicht mehr stattfinden können dann vermutlich auch die zweiwöchentlichen Treffen mit den Kollegen aus der Bundesliga. Vor jedem Heimspiel lud Keller die Präsidenten der Gästemannschaft zum Dinner in sein Restaurant ein.

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Feierabend 🍷

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Beschrieben wird Keller als Menschenfänger. Auf seinem privaten Instagram-Account präsentiert er sich nahbar, ruhig und familiär - er kann bei Spielen seiner Freiburger aber auch mal aus der Haut fahren. "Ich weiß, dass ich manchmal nach dem Spiel zu emotional bin und dann Dinge sage, die mir kurz darauf leidtun", gesteht Keller.

Keller gilt als das Pendant zu Ex-Präsident Grindel - offen und nahbar. Unter dem Breisgauer soll das Image des DFB wieder aufpoliert werden.