Geldstrafen für Jadon Sancho und Manuel Akanji

Friseurgate: Warum bestraft die DFL nur zwei von sechs BVB-Profis?

 Fussball: 1. Bundesliga: Saison 19/20: 29. SC Paderborn - Borussia Dortmund, Jadon Sancho , Gestik , Enttäuscht Sport: Fussball: 1. Bundesliga: Saison 19/20: 31.05.2020 29. Spieltag: SC Paderborn - Borussia Dortmund Foto: Ralf Ibing firosportphoto/P
Fussball: 1. Bundesliga: Saison 19/20: 29. SC Paderborn - Borussia Dortmund, Jadon Sancho , Gestik , Enttäuscht Sport:
Ralf Ibing firosportphoto/POOL, Ralf Ibing

Keine Strafe für Raphaël Guerreiro

Jadon Sancho und Manuel Akanji von Borussia Dortmund müssen für ihren umstrittenen Friseurtermin nochmal zahlen – nämlich an die Deutsche Fußball Liga (DFL). Die belegte die beiden BVB-Profis mit einer Geldstrafe - wegen Verstoßes gegen des Hygienekonzept. Warum aber kommt Raphaël Guerreiro ungeschoren davon - obwohl dessen Friseurbesuch ebenfalls durch ein Foto in den Sozialen Medien belegt ist?

"Offenkundiger" Verstoß gegen Hygienekonzept

„Die Spieler (...) hatten bei häuslichen Friseurterminen offenkundig gegen allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzstandards sowie insbesondere gegen das medizinisch-organisatorische Konzept der DFL-Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb verstoßen“, heißt es in der offiziellen Begründung der DFL für die Strafen gegen Sancho und Akanji.

Die beiden hatten - offenbar gemeinsam mit vier weiteren BVB-Spielern - vor der Bundesliga-Partie beim SC Paderborn am vergangenen Wochenende einen Düsseldorfer Starfriseur nach Hause kommen lassen. Dieser veröffentlichte anschließend auf Instagram Fotos, auf denen weder Sancho und Akanji noch er selbst Schutzmasken trugen. Ein „offenkundiger“ Verstoß gegen die allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzstandards, die die DFL aufgestellt hat.

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Sancho uneinsichtig: "Ein absoluter Witz, DFL"

Axel Witsel und Thorgan Hazard, die ebenfalls die Dienste des Friseurs in Anspruch genommen haben sollen, sind auf keinem Foto zu sehen – ihnen kann somit kein Verstoß nachgewiesen werden. Warum aber wird Guerreiro nicht bestraft - obwohl er ebenfalls ohne Maske auf einem Bild mit dem Frisör zu sehen ist? Eine Begründung bleibt die DFL schuldig, man kann also nur vermuten. Liegt es möglicherweise an der Perspektive, in der Guerreiro aufgenommen wurde?

Tatsächlich ist auf dem Foto nicht auszumachen, ob sich der Portugiese und der Friseur an die 1,50-Meter Abstandsregel halten oder nicht. Trotzdem: Ohne eindeutige Begründung haftet er DFL-Entscheidung etwas Willkürliches an, zumindest bleibt ein fader Beigeschmack. Auch weil die DFL keine Angaben über die Höhe der Geldstrafe für Sancho und Akanji macht.

Nach RTL-Informationen müssen beide je 10.000 Euro zahlen. Sie können innerhalb von fünf Tagen Beschwerde gegen die Strafe einlegen. „Ein absoluter Witz, DFL“, kommentierte Sancho die Strafe bei Twitter. Ein Eintrag, der die Vermutung befeuert, dass sich offenbar nicht alle Spieler bewusst sind, auf welch wackligem Fundament der Spielbetrieb der Bundesliga steht. Der Tweet wurde mittlerweile wieder gelöscht.

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DFL: Auch Profi-Fußballer müssen Haare schneiden lassen

Gegen Frisörtermine an sich auch zu Corona-Zeiten hat die DFL übrigens nichts einzuwenden: „Es steht außer Frage, dass auch Profi-Fußballer ihre Haare schneiden lassen müssen“, hieß es in der DFL-Mitteilung. „Dies muss derzeit jedoch im Einklang mit dem medizinisch-organisatorischen Konzept erfolgen.“

Der BVB hatte zuvor erklärte, die Spieler hätten versichert, die Masken nur für den Schnappschuss abgelegt zu haben. Der Friseur habe zusätzlich ein Plastik-Gesichtsschild getragen. Für die DLF reichte das allerdings nicht, um die Profis zu entlasten. Sie betonte jedoch ausdrücklich, dass sich die Strafe nicht gegen den Verein richte. Beim BVB sei „kein Organisationsverschulden“ erkennbar, hieß es.

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