Merkel erteilt Absage

Nach Niederlage: Friedrich Merz will Wirtschaftsminister werden - in aktueller Bundesregierung

Deutschland, Berlin , 16.01.2021 CDU-Parteitag Foto: Friedrich Merz bei seiner Rede CDU-Parteitag *** Germany, Berlin ,
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16. Januar 2021 - 15:38 Uhr

Kampfansage an Peter Altmeier?

Nach seiner Niederlage gegen Armin Laschet im Kampf um den CDU-Vorsitz schmiedet Friedrich Merz offenbar bereits die nächsten kühnen Pläne: Auf Twitter verkündete er, er habe dem neuen Vorsitzenden Laschet seinen Eintritt in die jetzige Bundesregierung angeboten – als Bundeswirtschaftsminister. Es gibt allerdings bereits einen Wirtschaftsminister – mit dem Namen Peter Altmeier. Und auch Angela Merkel scheint von Merz' Idee nicht angetan zu sein.

Merkel: "Plane keine Regierungsumbildung"

Nur knapp 40 Minuten nach Merz' Ankündigung ließ die Kanzlerin bereits über einen Regierungssprecher verlauten, dass sie "keine Regierungsumbildung plane".

Merz hatte nach seiner Niederlage im Kampf um den Parteivorsitz nicht für das Präsidium der CDU kandidiert. Die CDU könne nicht nur von Männern aus NRW geführt werden, hieß es auf seinem Twitter-Account. Ins Präsidium wären bei seiner Bewerbung noch weniger Frauen gewählt worden. Er habe sich deshalb entschlossen, zugunsten der Frauen auf eine Kandidatur zu verzichten. Weiter hieß es dann, er habe aber dem neuen Parteivorsitzenden Laschet angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen.

Merz unterliegt in Stichwahl Laschet

Merz war Laschet im Kampf um den CDU-Vorsitz am Vormittag in einer Stichwahl knapp unterlegen. Auf Laschet entfielen bei dem digitalen Parteitag 521 der abgegebenen 991 Delegiertenstimmen, auf Merz 466.

Für Merz als neuen Parteichef hatte sich etwa der CDU-Wirtschaftsflügel stark gemacht. Merz war früher Unionsfraktionschef. 2002 verdrängte ihn die spätere Kanzlerin Angela Merkel vom Amt des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, das er zwei Jahre vorher von Wolfgang Schäuble übernommen hatte.