Friedrich Merz im RTL-Interview

"Corona-Schäden bei Kindern nicht entstehen lassen"

02. Juni 2020 - 13:55 Uhr

Schwach digitalisiert

Friedrich Merz, einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz, hat noch einmal betont, wie wichtig die Öffnung von Schulen und Kitas ist. Nach den Wochen der Schließung beginnt die langsame Rückkehr zum Alltag mit neuen Hygiene-Regeln. Dennoch beklagt Merz im Gespräch mit RTL, dass es kaum Fortschritte im Bereich der Digitalisierung des Unterrichts gegeben hätte.

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Merz fordert deutlich mehr Geld für die Bildung

Die Wirtschaft habe in den Wochen des Shutdowns eine Zwangsdigitalisierung hingelegt. "Ich stelle mir die Frage, warum geht das eigentlich mit den Schulen nicht?" Stattdessen gebe es einen massiven Unterrichts- und Betreuungsausfall bei den Kindern. Und Merz forderte: "Da sollte der größte Teil des Geldes hinfließen. Nicht um kurzfristig zu helfen, sondern um langfristig die Schäden der Corona-Krise beiden Kindern gar nicht erst entstehen zu lassen."

Fragen zum neuen Schuljahr

Die Regeln zu Bildungseinrichtungen sind je nach Bundesland unterschiedlich gefasst. Offen ist, was nach den Sommerferien geschieht. Es fehlt auch eine einheitliche Perspektive für das neue Schuljahr.

Bereits im Mai hatte Merz, eigentlich Fachmann für Wirtschafts- und Finanzfragen, die Bedeutung von geöffneten Schulen und Kitas für die Erholung der Wirtschaft hervorgehoben.

Schutz von Arbeitsplätzen

Wichtig ist laut Merz der Erhalt von Arbeitsplätzen. "Ob das über eine künstliche Stimulierung des Konsums geht – so wie das einige in der Koalition meinen – davon bin ich nicht wirklich überzeugt."

Zugleich signalisierte der CDU-Spitzenpolitiker, dass die Krise gravierend ist und keine schnellen Lösungen zu erwarten sind: "Wir haben zurzeit zehn Millionen Menschen in der Kurzarbeit. Das ist eine hohe verdeckte Arbeitslosigkeit, die wir jetzt schon haben. Und es kann sein, dass wir im Herbst eine zweite Welle von Insolvenzen sehen werden. Also: Man muss auch noch ein bisschen Pulver trocken halten."

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