Rennen um CDU-Vorsitz

Merz bestätigt indirekt Parteivorsitzender werden zu wollen

14. Februar 2020 - 7:50 Uhr

Friedrich Merz bestätigt seinen Willen zur Kandidatur

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat indirekt seine Bereitschaft für eine Kandidatur zum CDU-Vorsitz bestätigt. Er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen, sagte Merz am Donnerstagabend bei einem Mittelstandsforum in Berlin. Auf die konkrete Nachfrage des Moderators, ob er für den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur antrete, antwortete Merz aber nicht direkt. Jene, die zur Übernahme von Verantwortung bereit seien, müssten nun auch einige Tage Zeit bekommen, über die künftige Aufstellung zu beraten. Zugleich betonte er, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe Recht mit der Auffassung, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft in eine Hand gehörten.

Merz distanziert sich von Werteunion

Von der konservativen Werteunion hat sich Merz distanziert: "Es wäre gut, wenn es diese Werteunion gar nicht gäbe", sagte Merz am Donnerstagabend in Berlin. Er finde es nicht sehr sympathisch, was von dieser Seite komme. Merz sprach aber zugleich von einem Hilferuf, dass bestimmte Themen nicht mehr so diskutiert würden, wie es manche Gruppen in der Union wünschten. Die Werteunion hatte sich vor knapp drei Jahren gegründet, zunächst als "Freiheitlich-konservativer Aufbruch" und vor allem als Reaktion auf die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel. Die konservative Gruppe hat nach eigenen Angaben mehr als 4000 Mitglieder.

Merz: Keine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD

Die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, bei der der FDP-Kandidat Kemmerich mit Stimmen der AfD ins Amt gewählt wurde, bezeichnete Merz als vollkommen inakzeptabel und stellte klar: "Es gibt für die Union keine Zusammen mit diesen Leuten." Damit spräche er für eine große Zahl der CDU-Mitglieder, so Merz. Und er attackierte auch indirekt die Kanzlerin als er ergänzte, dass das Erstarken der politischen Ränder auch Ergebnis politischer Führungslosigkeit sei.

Merz ist bisher der einzige Kandidat

Weitere Kandidaten im Rennen um den CDU-Vorsitz haben sich bisher nicht aus der Deckung gewagt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der als weiterer möglicher Kandidat für den CDU-Vorsitz gilt, hielt sich weiter bedeckt. Einen Termin für einen möglichen CDU-Sonderparteitag zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden gibt es bislang nicht. Der reguläre Wahlparteitag ist für den 4. bis 6. Dezember in Stuttgart angesetzt.  Kramp-Karrenbauer hatte am Montag ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur erklärt. Zudem hatte sie angekündigt, sich nicht wieder um den Parteivorsitz zu bewerben.

Junge Union will Mitglieder befragen

Die Junge Union (JU) wird nach Angaben ihres Vorsitzenden Tilman Kuban per Mitgliederbefragung bestimmen, wen sie als Kanzlerkandidaten unterstützen will. "Wir werden intern eine Befragung machen, ich habe versprochen, dass ich die Mitglieder mehr einbinden möchte", sagte der Chef der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart".

Erste Unterstützer von Merz melden sich

Als erster Landesvorsitzender positionierte sich der Berliner Kai Wegner und unterstützte Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der den CDU-Parteivorsitz anstrebt: "Friedrich Merz bringt aus meiner Sicht das mit, was unser Land und die CDU jetzt brauchen. Er spricht eine klare Sprache und er hat ein erkennbares Profil", sagte Wegner. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten warb dafür, Merz als Kanzlerkandidaten der Union aufzustellen. "Ich gehe fest davon aus, dass Friedrich Merz als Kandidat zur Verfügung steht, und ich glaube, CDU und CSU wären gut beraten, dieses Angebot auch anzunehmen", sagte er im Radioprogramm SWR Aktuell.