Shitstorm in sozialen Medien

Funkel irritiert mit eigenartigen Aussagen

Im Fokus: Friedhelm Funkel.
Im Fokus: Friedhelm Funkel.
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18. April 2021 - 16:01 Uhr

Das hinterlässt einen Beigeschmack

Friedhelm Funkel soll der "Effzeh"-Retter aus der Rente werden. Doch der 67-Jährige startet mit dem 1. FC Köln trotz ordentlicher Leistung mit einer klaren Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Und irritiert nach dem Spiel mit einem Interview. Auch nach der Aufklärung bleibt ein Beigeschmack.

"Total überrascht, dass ich da so angegriffen wurde"

Nach seiner Rückkehr aus dem Rentner-Leben in die Fußball-Bundesliga gab Friedhelm Funkel viele Interviews. Am Tag danach wurde aber vor allem über das diskutiert, was er nicht gesagt hatte. Viele Fans kommentierten in den sozialen Netzwerken eine Aussage des Trainers bei "Sky" nach dem 0:3 mit dem 1. FC Köln bei Bayer Leverkusen und kritisieren einen verhängnisvollen Alltagsrassismus. Einige forderten direkt Konsequenzen vom Klub für den Coach. "Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre, äh, ja, den ein oder anderen Ausdruck darf man ja nicht mehr sagen", sagte Funkel: "Durch ihre Spieler, die halt so schnell sind."

Was hatte Funkel gemeint? Eine Stellungnahme des FC brachte zunächst wenig Aufschluss. "In dem Interview bezog ich mich einzig auf die enorme Schnelligkeit von Leverkusens Spielern", wurde der 67-Jährige dort zitiert: "Nichts anderes war gemeint, nichts anderes wollte ich damit sagen." Welchen Ausdruck er sich letztlich verkniffen hatte, klärte der Trainer damit nicht auf. Bei Twitter entbrannte eine heftige Diskussion über die Verharmlosung von Rassismus bei solchen Aussagen.

"Ich bin total überrascht, dass ich da so angegriffen wurde. Und das hat mich auch ein Stück weit traurig gemacht", sagte er am Sonntagmorgen. "Wenn ich da missverstanden worden bin, tut es mir leid. Jeder, der mich kennt, weiß, wie ich bin", beteuerte Funkel: "Ich habe mit so vielen Spielern aus allen Kontinenten zusammengearbeitet und es hat mir immer Spaß gemacht." Welchen Begriff er letztlich vermieden hatte, verriet der 67-Jährige nicht: "Ich weiß nicht mehr genau, was mir da durch den Kopf gegangen ist. Aber ich bin weit, weit, weit davon entfernt, irgendjemanden anzugreifen. Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht, und das werde ich auch bis zu meinem Lebensende nicht machen."

"Spiele gewinnt oder verliert man durch Tore"

Für Funkel war es derweil wohl ein Rätsel, wie seine Mannschaft dieses Derby, das für ihn nur ein "rheinisches Duell" war, so deutlich verlieren konnte. "Die Leistung war über weite Strecken gut", sagte das als Retter geholte Trainer-Urgestein: "Deshalb ist es eine sehr bittere und ärgerliche Niederlage." 14:8 Torschüsse hatte der Vorletzte beim Tabellensechsten verbucht. Zwei Lattentreffer und ein (zurecht) zurückgenommener Elfmeter belegten, dass auch viel Pech im Spiel war. Doch Funkel brachte es letztlich auch auf eine einfache Losung. "Fußballspiele gewinnt oder verliert man durch Tore. Wir haben keins geschossen, Leverkusen hat glaub ich dreimal draufgeschossen und dreimal getroffen."

Noch knapper formulierte es Kapitän Jonas Hector, der die drei größten Chancen vergab. Auf die Frage, was gefehlt habe, antwortete er nur: "Tore." Leverkusen gelangen sie, dank der individuellen Klasse der Torschützen Leon Bailey (5./76.) und Moussa Diaby (51.), die sich die ersten beiden Treffer auch noch gegenseitig auflegten.

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