Großdemo vor der Bürgerschaftswahl

Fridays for Future-Aktivistin Luisa Neubauer: „Wir zeigen heute, dass man mit Klimaschutzpolitik Wahlen gewinnen kann“

21. Februar 2020 - 18:07 Uhr

Luisa Neubauer und Greta Thunberg machen Stimmung kurz vor Hamburger Bürgerschaftswahl

Luisa Neubauer ist das Deutsche Gesicht der Fridays for Future-Bewegung. Am Freitag will sie zusammen mit Greta Thunberg und 30.000 Klimaschützern in Hamburg auf demonstrieren - und das nur zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl.

"Wir zeigen heute, dass man mit Klimaschutzpolitik Wahlen gewinnen kann, Mehrheiten mobilisieren kann. Und dass es im Jahr 2020 eben keine Wahl geben kann, bei der das Thema Klima nicht ganz oben auf der Agenda steht", betonte die Klimaaktivistin im exklusiven RTL-Interview.

Wie viel Zeit Luisa Neubauer für Fridays for Future investiert und ob es ihr manchmal zu viel wird, dass erzählt sie uns im Video.

Fridays for Future gibt keine Parteiempfehlung

Tausende Schüler und Studenten in Hamburg gehen am Freitag vor der Wahl für eine bessere Klimapolitik auf die Straße. Einige davon werden zu den schätzungsweise 71.000 Erstwählern der Hansestadt gehören. Fridays for Future will aber bewusst keine konkrete Parteiempfehlung geben. Luisa Neubauer erklärt dazu: "Nee, wir sind überparteilich. Wir wollen, dass alle Parteien und die demokratischen Parteien insbesondere, die sich heute hier aufstellen und gewählt werden wollen, für das Klima mitdenken."

Eine Partei zu gründen, um Klimapolitik betreiben zu können, lehnt die 23-Jährige ab: "Weil das nicht unsere Aufgabe ist. Wir sehen, dass es Parteien gibt, die theoretisch total in der Lage wären stringente Klimapolitik mitzudenken. Was wir machen können, ist, den Druck dazu aufzubauen, dass es umgesetzt wird."

Hamburg könnte Klimahauptstadt werden

Für die in Hamburg geborene und aufgewachsene Klimakämpferin hat die Großstadt im Norden großes Potential mal Klimahauptstadt zu werden. Hamburg "hat die Kapazitäten, es hat die Ressourcen. Hamburg könnte tatsächlich beweisen und vorleben, wie eine 1,5 Grad-Politik aussehen kann, in einer Stadt in einem urbanen Raum." Deshalb ist für die Fridays for Future-Bewegung dieser Termin vor der Wahl ein wichtiges Ereignis und genau deshalb kommt auch Greta Thunberg dazu.

Der erste Deutschlandbesuch der schwedischen Klimaaktivisten war übrigens auch in Hamburg. Hier hat sie mit ihrem Schulstreik am 1. März 2019 die Fridays for Future-Bewegung in Deutschland nach vorn gebracht und unterstützt.