Freundin mit kochendem Wasser übergossen und mit Messer attackiert: Prozessauftakt in München

16. Februar 2016 - 8:38 Uhr

Mann nennt Streit um Drogenkonsum als Auslöser

Nach einem heftigen Streit soll ein 31 Jahre alter Mann seine Lebensgefährtin mit kochendem Wasser übergossen und ihr ein Messer in den Oberkörper gestoßen haben.

Prozess um versuchten Mord in München
Der 31-Jährige muss sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten und hat die Tat zu Prozessbeginn gestanden.
© dpa, Volker Hartmann

Er muss sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten und hat die Tat zu Prozessbeginn gestanden.

Als Tatmotiv nannte die Anklage angebliche Verstöße gegen islamische Glaubensgrundsätze. Die Mutter von drei gemeinsamen Kindern habe sich für den Geschmack des gläubigen Muslims zu stark geschminkt und aufreizend gekleidet.

Nach seinen Angaben habe sich jedoch der Streit nicht entzündet, weil seine Freundin seine Glaubensgrundsätze missachtete, sondern weil sie gegen seinen Wunsch verstärkt den Kontakt zu einer Freundin gesucht habe, die sie zum Drogenkonsum verleiten wollte.

Zweijähriger Sohn konnte gerade noch geschützt werden

Die gemeinsamen Kinder sollen sich nach einem Besuch bei der Freundin beklagt haben, sie seien dort allein gelassen worden. Seine 32-jährige Lebensgefährtin habe sich nach einem Treffen "provozierend verhalten". Die Situation sei "zunehmend unerträglich" geworden, sagte der Angeklagte.

Am Morgen des 15. April 2015 kam es den Ermittlungen zufolge zum Streit mit wechselseitigen Beleidigungen. Der Angeklagte schüttete daraufhin im Wohnzimmer kochendes Wasser über die Frau, die den neben ihr auf dem Sofa liegenden zweijährigen Sohn gerade noch mit einer Decke schützen konnte. Sie wollte fliehen, aber der Angeklagte zerrte sie an den Haaren zurück und stach ihr mit einem Messer in den Oberkörper, bevor sie schließlich doch entkommen konnte. Der 31-Jährige "bedauerte den Vorfall außerordentlich", sagte sein Anwalt.