Taten sollen drei Tage nach Abreise der Freundin begonnen haben

Serienvergewaltiger von Berlin: Seine Freundin soll in Bosnien ein Kind erwarten

Der mutmaßliche Serienvergewaltiger von Berlin und Brandenburg wurde am Dienstagabend festgenommen.
Der mutmaßliche Serienvergewaltiger von Berlin und Brandenburg wurde am Dienstagabend festgenommen.
© Polizei Berlin

17. Juli 2020 - 14:45 Uhr

Lebensgefährtin wartete daheim auf die Entbindung

Sinisa K. (29) soll wochenlang Frauen in Berlin und Brandenburg vergewaltigt haben, während seine Lebensgefährtin auf die Geburt ihres Kindes wartete. Nur drei Tage, bevor der mutmaßliche Täter mit den abscheulichen Taten begonnen haben soll, sei seine schwangere Freundin zurück ins Ausland gereist sein, das berichtet Bild.de.

Tatverdächtiger soll auch Minderjährige vergewaltigt haben

Serienvergewaltiger von Berlin
Der 29-Jährige soll acht Frauen angegriffen und sechs von ihnen vergewaltigt haben.
© .

Am Dienstag wurde der mutmaßliche Serienvergewaltiger von Berlin gefasst - nur wenige Stunden nach seiner letzten Tat. Jetzt sitzt er in U-Haft. Wie Bild.de berichtet, war Sinisa K. in Berlin mit der Bosnierin Milijana M. zusammen. Für die Entbindung ihres Kindes soll die Hochschwangere am 9. Juni zurück in ihre Heimat gefahren sein. Zur Verabschiedung postete sie noch ein verliebt wirkendes Paarfoto auf Facebook, so heißt es.

Doch als er seine Freundin aus den Augen verloren habe, lockte er fremde Frauen in die Falle. Nur drei Tage nach der Abreise von Milijana M. habe die brutale Tatserie des Sinisa K. begonnen: Am 12. Juni soll der mutmaßliche Serienvergewaltiger eine Minderjährige in Berlin vergewaltigt haben.

Er soll in einem Zeitraum von vier Wochen in und um Berlin insgesamt acht Frauen angegriffen haben – in sechs Fällen soll er seine Opfer sogar vergewaltigt haben. Polizisten aus ganz Brandenburg und Berlin sowie Bundespolizisten waren daraufhin zu einer großangelegten Suche ausgerückt, die am Dienstagabend im Fahndungserfolg gipfelte. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Sinisa K. ist der Serienvergewaltiger!

Serbe saß bereits im Knast

Wie die Zeitung weiter berichtet, war der Serbe im Jahr 2019 nach Deutschland gekommen. Zuvor soll er in seiner Heimat eine fünfjährige Haftstrafe wegen Diebstahls und Vergewaltigung verbüßt haben. Nach Informationen, die RTL ebenfalls vorliegen, soll er aus Melenci stammen, einem serbischen Ort mit 6700 Einwohnern.

Die Eltern des 29-Jährigen sind erschüttert: "Mittwoch hat er versucht, anzurufen, uns aber nicht erreicht. Später rief sein Kollege an. Er sagte uns, dass Sinisa im Gefängnis sitze", sagten sie zu Bild.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Im Video: Aufnahmen zeigen die dramatische Flucht vor der Polizei

„Wenn er das gemacht hat, brauche ich ihn nicht mehr“

Die Mutter weiter: "Wenn er das gemacht hat, brauche ich ihn nicht mehr, will ihn nie wieder sehen." Wie sie der Zeitung weiter erzählt hat, soll Sinisa K. in Serbien bereits früher im Alkoholrausch eine Minderjährige missbraucht haben. "Wir hofften, dass er sich nach dem Gefängnis verändert hatte, ein normales Leben führen wollte."

Seine Opfer sprach er freundlich an - dann begann der Horror

Serienvergewaltiger von Berlin
Mittlerweile sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft.
© .

Sein neues Leben führte ihn nach Deutschland. Doch hier war sein harmloses Auftreten offenbar nur Fassade. Der Mann habe ein bestimmtes Tatmuster gehabt, teilte Norma Schürmann, Leiterin des Landeskriminalamts, mit. Er habe die Opfer stets freundlich zu belebter Zeit angesprochen und danach mit Gewalt gepackt und gewürgt. "Damit hat er seine Macht demonstriert", so Schürmann. Danach habe er sie vom Weg gezerrt und die Tat begangen. Anschießend habe er sich um die Opfer gekümmert und sogar versucht, sich mit ihnen zu verabreden, sagte die Ermittlerin. Manche Opfer seien auch auf seine Hilfestellung eingegangen. Bei den Taten hätten DNA-Spuren gesichert werden können.

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht von einer Anklage und späteren Verurteilung aus. Die Beweislage sei gut, so Staatsanwältin Katrin Frauenkron. Für die drei besonders schweren Fälle drohe bei einer Verurteilung eine Höchststrafe von fünf Jahren pro Tat.