Freundin aus Fenster gestoßen? Angeklagter äußert sich nicht

Die Statue der Justitia steht im Gegenlicht der Sonne. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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02. Juli 2020 - 16:12 Uhr

Mit einem Stoß aus einem Hotelfenster im vierten Stock soll ein Mann versucht haben, seine damalige Freundin umzubringen: Seit Donnerstag muss sich der 35-Jährige wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Hannover verantworten. Zum Prozessauftakt erklärte der Angeklagte laut einem Gerichtssprecher, dass er sich nicht zu den Vorwürfen äußern wolle. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 13. Februar dieses Jahres die Frau zunächst in dem Hotelzimmer in Hannover mehrfach geschlagen und gewürgt zu haben. Danach soll er sie mit einem Messer dazu gezwungen haben, auf den Sims des geöffneten Fensters zu klettern, und das Fenster von innen geschlossen haben. (Az.: 39 Ks 11/20)

Der 23-Jährigen gelang es, sich auf dem Sims zu halten. Daraufhin soll der Mann das Fenster noch einmal geöffnet und sie in die Tiefe geschubst haben. Anschließend bemühte er sich den Ermittlungen zufolge nicht um Hilfe, sondern zog sich in das Zimmer zurück. Die junge Frau erlitt laut Anklage eine Wirbelkörperfraktur sowie vielfältige Brüche der Arme und Beine und des Beckens. Sie tritt als Nebenklägerin auf, war aber nach Angaben des Gerichtssprechers beim Prozessauftakt nicht persönlich anwesend.

Der mutmaßliche Täter und das Opfer waren nach Gerichtsangaben beide in dem Hotel beschäftigt. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage geplant. An den nächsten Terminen sollen Polizisten als Zeugen sowie ein rechtsmedizinischer Gutachter gehört werden. Am 14. Juli soll die Geschädigte als Zeugin vernommen werden, wie der Sprecher sagte. Das Urteil könnte Ende Juli gesprochen werden.

Quelle: DPA