Freund mit Kreissäge geköpft: Zeugin schildert in Prozess befremdliche Dreiecksbeziehung

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27. Februar 2017 - 13:25 Uhr

"Sie sollte ausgehen, Leute kennen lernen und heimbringen"

Im Kino wäre diese Geschichte ganz sicher erst ab 18 Jahren freigegeben. Doch es ist tatsächlich einer der ungewöhnlichsten Prozesse, die Deutschland in den vergangenen Jahren erlebt hat. Eine Studentin aus Bayern bringt ihren Freund beim Sexspiel mit einer Handkreissäge um - das Ganze spielte sich bereits vor gut acht Jahren ab. Jetzt hat eine andere Studentin vor Gericht ihre Dreiecksbeziehung mit dem Opfer und der Angeklagten geschildert.

Sie sei 2006 in einer Diskothek von der Angeklagten angesprochen worden, berichtete die junge Frau vor dem Landgericht München. Dann sei sie dem Lebensgefährten vorgestellt worden. Monatelang unterhielten die drei eine intime Beziehung.

Sie habe den Eindruck gehabt, die 32 Jahre alte Beschuldigte sei von der Beziehung zu dem Mann zermürbt worden. Oft habe es Streit gegeben, er sei übellaunig gewesen und habe seine Freundin beschimpft. Er habe "immer wieder Sex mit anderen" gewollt. "Sie sollte ausgehen, Leute kennen lernen und heimbringen."

Mutter des Toten: "Ich dachte, sie ist so nett"

Zum Prozessauftakt hatte die Mutter des Getöteten mit RTL gesprochen. Sie wollte der Frau in die Augen sehen, die ihren Sohn köpfte. "Ich dachte immer, sie ist so nett, die muss ich schützen", erklärte die Mutter des Toten. 

Horror-Tat kommt erst acht Jahre später an Licht

Die Angeklagte hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestanden, ihren Lebensgefährten 2008 beim Sexspiel mit einer Handkreissäge getötet zu haben. Sie soll ihm den Kopf abgeschnitten haben. Ihr neuer Lebensgefährte, mit dem sie inzwischen verlobt ist, fand die Leiche Monate nach der Tat und half ihr, sie im Garten der Studenten-WG zu vergraben.

Er ist bereits wegen Strafvereitelung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Tat in Haar bei München kam erst 2016 ans Licht. Der 32-Jährigen droht nun lebenslänglich.