Sie tötete ihren Freund mit heißem Wasser: 57-Jährige muss in Psychiatrie

Die verurteilte 57-Jährige und ihre Anwälte bei der Verhandlung im Juli.
Die verurteilte 57-Jährige und ihre Anwälte bei der Verhandlung im Juli.
© dpa, Lino Mirgeler, lim jbu

30. Juli 2018 - 18:30 Uhr

Angeklagte wegen Eifersuchtswahn schuldunfähig

Sie wollte ihrem Freund einen "Denkzettel" verpassen – und muss jetzt dauerhaft in die Psychiatrie. Das hat am Dienstag das Landgericht Ingolstadt entschieden. Die 57-Jährige hatte ihren Partner absichtlich mit kochend heißem Wasser übergossen und damit tödlich verletzt. Nach Überzeugung der Kammer war die Frau zum Tatzeitpunkt wegen einer psychischen Störung mit Eifersuchts- und Verfolgungswahn schuldunfähig.

Angeklagte muss dauerhaft in Psychiatrie

Das Gericht sprach die Angeklagte am Montag daher vom Vorwurf des Mordes aus Eifersucht frei – und wertete die Tat letztlich als Körperverletzung mit Todesfolge. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin war der Tötungsvorsatz für die Kammer abschließend nicht ausreichend feststellbar.

Eine rechtsmedizinische Sachverständige und der behandelnde Arzt hätten im Prozess dargelegt, dass die Verbrühungen nicht zwangsläufig zum Tode hatten führen müssen. Der Tod ihres Lebensgefährten sei für die Frau aber zumindest vorhersehbar gewesen, teilte die Sprecherin weiter mit. Für die Angeklagte bedeutet das Urteil, dass sie dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

"Denkzettel" mit Todesfolge

Die Frau hatte ihren Freund im Oktober 2017 im Schlafzimmer mit heißen Wasser attackiert. Der Mann wurde großflächig verbrüht und starb einige Tage später an Multiorganversagen, nachdem Ärzte in einer Münchener Spezialklinik für Brandopfer um sein Leben gekämpft hatten.

Zu Prozessbeginn vergangene Woche räumte die Frau die Tat ein. Sie habe ihrem Freund wegen einer angeblichen Affäre einen "Denkzettel" verpassen wollen und nicht gedacht, dass er daran sterben könne, erklärte einer der beiden Verteidiger der 57-Jährigen. Die Frau bestätigte kurz die Richtigkeit dieser Erklärung und schwieg ansonsten zu den Vorwürfen.

Auch der psychiatrische Gutachter führte anschließend aus, dass die angebliche Affäre und die Eifersucht der Frau ein großes Thema im Leben des Paares gewesen seien. Der Mann habe sich deswegen auch eine Auszeit von der Beziehung nehmen wollen.

Quelle: DPA / RTL.de