Freizeitmonitor 2020

Onlinehandel boomt! Weniger Schaufensterbummel wegen Corona

Online-Handel
© dpa, Jens Büttner, jbu;cse wst hoh pil fgj

16. September 2020 - 8:38 Uhr

Dieses Jahr kaum Schaufensterbummel

Egal ob Essen, Klamotten oder Bücher: Laut"Freizeitmonitor 2020" shoppen wir erstmals online mehr als im stationären Handel. Laut Prof. Ulrich Reinhardt, dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, könnte das natürlich stark mit der Corona-Pandemie dieses Jahr zusammenhängen.

Knapp jeder Vierte (22 Prozent) gibt an, dass er mindestens einmal die Woche im Internet bestellt. Und damit ist die Zahl der Onlineshopper erstmals höher als die Zahl der klassischen Schaufensterbummler. Denn den machen nur noch 14 Prozent einmal pro Woche. Klingt nicht viel, doch auch vor 10 Jahren war die Zahl der Leute, die gerne in Geschäften vor Ort einkaufen, nicht wesentlich höher: 2010 gingen 18 Prozent lieber in die Läden shoppen. Anders dagegen die Zahl derer, die lieber den Einkauf im Internet bevorzugten: Das waren 2010 nämlich nur 7 Prozent.

Männer bestellen häufiger als Frauen

Spitzenreiter in Sachen Onlineshopping sind Familien (34 Prozent). Dagegen kaufen Ruheständler (13 Prozent) eher weniger im World Wide Web ein.

Entgegen der Annahme, dass Frauen die wahren Shopping-Könige sind, bestellen tatsächlich Männer im Internet häufiger. Während nur 17 Prozent des weiblichen Geschlechts den virtuellen Warenkorb nutzen, sind es bei den Männern schon 27 Prozent.

Ebenfalls auffällig ist, das Besserverdiener (36 Prozent) und Höhergebildete (30 Prozent) wesentlich häufiger im Internet bestellen, als Geringverdiener (13 Prozent) und Niedriggebildete (14 Prozent). Einen so großen Unterschied in den Zahlen gibt es bei den Städtebummlern nicht. Hier machen Gehalt und Bildung keinen Unterschied.

Corona hat die Entwicklung unterstützt

Prof. Ulrich Reinhardt ist sich sicher, dass dieses Jahr die Pandemie eine entscheidende Rolle gespielt hat. "Corona hat das Ganze natürlich nochmal sehr stark unterstützt. Ich denke, dass ohne Corona bestimmt mehr Menschen in den stationären Handel gegangen wären."