Freispruch wegen Notwehr nach tödlicher Familienfehde

12. Februar 2016 - 20:52 Uhr

Ein 30-Jähriger Mann, der bei einer Fehde zwischen zwei Familien einen Kontrahenten erstochen hatte, ist freigesprochen worden. Der Mann sei bei dem Vorfall im April 2011 in einer akuten Notwehrlage gewesen, sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer beim Frankfurter Landgericht. Er sei von dem sehr viel stärkeren Mann gewürgt und zu Boden gedrückt worden. Dies hätten Zeugenaussagen und ein medizinisches Gutachten ergeben. Das Opfer war der Bruder der Schwägerin.

Zwischen den Familien war es zum Streit gekommen, weil die Schwägerin des Angeklagten dessen Bruder, mit dem sie verheiratet war, verlassen wollte und deshalb ihre Familie um Hilfe rief. Der Ehemann wollte verhindern, dass sie den gemeinsamen Sohn mitnimmt. Es wird damit gerechnet, dass die Staatsanwaltschaft in Revision geht. Ihr Vertreter hatte für den Angeklagten mehr als zehn Jahre Haft gefordert.