Freispruch für mutmaßliche IS-Unterstützerin gefordert

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank eines Verhandlungssaals. Foto: Uli Deck/PoOL/dpa/Symbolbild
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06. Dezember 2019 - 17:10 Uhr

Im Hamburger Prozess gegen eine mutmaßliche Unterstützerin der Terrormiliz IS hat die Verteidigung am Freitag Freispruch gefordert. Für den Fall, dass die 41-Jährige vom Staatsschutzsenat am Hanseatischen Oberlandesgericht schuldig gesprochen werden sollte, beantragte die Verteidigung hilfsweise eine Bewährungsstrafe, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft hat sich die aus Bremen stammende Deutsche in vier Fällen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig gemacht. Die Anklage wirft ihr vor, sie habe sich im September 2016 bereit erklärt, die Schleusung potenzieller Attentäter nach Deutschland zu unterstützen. Einen der Männer habe sie bei sich aufnehmen und heiraten wollen. Die Bundesanwaltschaft hat fünfeinhalb Jahre Haft gefordert.

Zum Prozessauftakt Anfang August hatte die Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Sie räumte zwar ein, mit der Frau eines 2015 nach Syrien ausgereisten Ehepaares in Kontakt gestanden zu haben. Auch habe sie dieser 2016 eine unter falscher Identität eingerichtete Handy-Nummer und Accounts bei WhatsApp und Facebook zur Verfügung gestellt. Sie habe aber nicht gewusst, dass diese Frau ein aktives Mitglied des Islamischen Staates (IS) gewesen sei, sondern in ihr lediglich eine Haus- und Ehefrau gesehen.

Die 41-Jährige soll am nächsten Freitag die Gelegenheit zu einem letzten Wort bekommen. Die Urteilsverkündung ist zu einem späteren Termin im Dezember vorgesehen.

Quelle: DPA