Freies Training zum Japan-GP: Nico Rosberg rast zur Freitags-Bestzeit

Besser hätte der Auftakt zum Großen Preis von Japan für Nico Rosberg nicht laufen können: Nach seiner Bestzeit im Auftakttraining bretterte der Formel-1-Spitzenreiter auch in Session 2 am schnellsten über den Suzuka International Racing Course. Silberpfeil-Rivale Lewis Hamilton rückte Rosberg allerdings ganz dicht auf die Pelle, verfehlte dessen Tagesbestzeit von 1:32,250 Minuten nur um 72 Tausendstelsekunden.

Auch Ferrari dampfte den Rückstand auf Mercedes ein. Allerdings war es nicht Sebastian Vettel, der den roten Ton angab, sondern Kimi Räikkönen. Der 'Iceman' lag als Dritter nur drei Zehntel hinter den Silberpfeilen und ließ nicht nur Vettel (5./+0,853 Sekunden), sondern auch die Red-Bull-Konkurrenten hinter sich. Max Verstappen wurde Vierter (+0,811), Malaysia-Triumphator Daniel Ricciardo landete nur auf Rang 12 (+1,900). Allerdings musste der Australier eine vielversprechende Runde abbrechen. Haas-Pilot Esteban Gutierrez hatte seinen Boliden mit einem Defekt am Straßenrand geparkt, weswegen die Rennleitung eine Virtual-Safety-Car-Phase ausgab.

Nico Hülkenberg bestätigte seine starke Leistung aus dem 1. Training und steuerte seinen Force India auf Rang 7 (+1,623). Einziger Wermutstropfen für den Deutschen: Stallkollege Sergio Perez war als Sechster drei Zehntel schneller. Pascal Wehrlein belegte im Manor den 20. Platz und hatte im Gegenteil zu Session 1 dieses Mal die Nase im Teamduell mit Esteban Ocon vorne.

Ein Ausrufezeichen setzte Fernando Alonso. Der Altmeister raste als Achter (+1,735) in die Top 10 und ließ Williams-Konkurrent Valtteri Bottas hinter sich. Es scheint, als dürfe sich McLarens Motorenpartner Honda nach der Vorjahres-Schmach (Stichwort: GP2-Motor!) beim Heimspiel Hoffnungen auf ein gutes Resultat machen.

Ferrari und Red Bull auf Longruns stark

Formula One - Japanese Grand Prix - Suzuka Circuit, Japan- 7/10/16. Mercedes' driver Nico Rosberg of Germany in action during second practice.  REUTERS/Toru Hanai
Formula One - Japanese Grand Prix - Suzuka Circuit, Japan
IK, REUTERS, TORU HANAI

Für Rosberg begann das Training mit einer Schrecksekunde. Als der WM-Leader die Box verließ, qualmte es ganz bedenklich aus dem Heck seines Silberpfeils. Die rauchige Angelegenheit löste sich aber schnell in Luft auf, Rosberg konnte sofort schnelle Zeiten hinknallen. Wirklich dominant schienen die Silbernen aber nur auf einer schnellen Runde. Im Longrun-Modus mit vollgetankten Boliden gaben sowohl Red Bull als auch Ferrari eine gute Figur ab, bewegten sich auf Mercedes-Niveau.

Während die 'Bullen' vor allem mit den ganz harten Walzen hervorragende Zeiten in den Asphalt brannten, legte Räikkönen auf den Medium-Pneus einige beeindruckend konstante Runden hin. Die schnellsten Runden fuhren die Piloten der Top-Teams allesamt auf den weichen Reifen.

Den Atem der GP-verrückten japanischen Fans ließ kurzzeitig Daniil Kvyat stocken. Der Russe verlor in der letzten Kurve die Kontrolle über seinen Toro Rosso, kam aufs Gras und legte auf der Start/Ziel-Geraden einen Highspeed-Dreher hin. Kvyat schlug aber glücklicherweise nirgends an und konnte unbeschadet weiterfahren.