Freiburg: Mann hielt 12 Menschen in Imbiss fest - Nervenkrieg beendet

19. Dezember 2013 - 14:23 Uhr

Täter drohte, sich in die Luft zu sprengen

Spezialkräfte der Polizei haben nach einem stundenlangen Nervenkrimi einen Freiburger Schnellimbiss gestürmt und einen 36-Jährigen festgenommen. Jetzt suchen die Ermittler nach dem Motiv des Mannes. Dieser hatte sich etwa 14 Stunden lang mit zunächst zwölf Personen verschanzt, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Polizei: Keine Geiselnahme
Großeinsatz an Freiburger Schnellimbiss - der Mann hatte sich mit zwölf Menschen verschanzt.
© dpa, Franziska Kraufmann

Spezialkräfte der Polizei stürmten den Imbiss schließlich und nahmen den Mann fest. Seine Beweggründe liegen noch im Dunkeln. Der polizeibekannte Mann hatte gedroht, das Lokal in einem Industriegebiet in die Luft zu sprengen. Polizisten hatten die ganze Nacht über immer wieder mit dem Täter telefonisch verhandelt.

Zunächst hatte die Polizei vermutet, der 36-Jährige habe die zwölf Menschen in seiner Gewalt. Am Morgen teilten die Beamten aber mit, diese seien Unterstützer des Mannes gewesen. Im Imbiss 'Grillecke' sollen auch Kinder gewesen sein. Nachdem die Einsatzkräfte den Imbiss gestürmt hatte, wurden die anderen Menschen psychologisch betreut.

Leichtverletzte nach SEK-Einsatz

Am frühen Morgen gegen 06.30 Uhr führten Spezialkräfte einen Mann in Handschellen ab. Später erklärte die Polizei, die Handschellen seien rein vorsorglich angelegt worden, es handele sich nicht um den Täter, sondern um einen Unterstützer des 36-Jährigen - der Nervenkrimi ging weiter.

Bei dem Zugriff um 08.42 Uhr wurden Menschen verletzt, laut Polizei gab es jedoch lediglich Leichtverletzte. Es sei bei ein paar Schürfwunden geblieben, sagte Alfred Oschwald, Leiter der Polizeidirektion Freiburg.

Der Mann ist laut Polizei bereits mehrfach wegen Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz aufgefallen. Zudem sei der Mann wegen politisch motivierter Straftaten in Erscheinung getreten. Er sei verheiratet und habe fünf Kinder, sagte Oschwald zur Person des Mannes.

Am Donnerstag habe er einen Gerichtstermin gehabt, zu dem er aber nicht erschienen sei. Der 36-Jährige habe stattdessen bei der Polizei angerufen und gedroht, er sei zu allem bereit. Bei der Gerichtsverhandlung ging es nach Angaben der Beamten um Rauschgiftdelikte.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in dem Industriegebiet im Einsatz. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Rettungsdienste und Feuerwehr hatten zudem ein Sanitätslager aufgebaut. Sie waren mit rund 85 Helfern und acht Notärzten vor Ort.