Fregatte "Nordrhein-Westfalen" in Dienst gestellt

Die Schirmmütze eines Marineoffiziers. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Symbolbild
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11. Juni 2020 - 9:51 Uhr

Die Marine hat die zweite von vier neuen Fregatten der "F125"-Klasse in Dienst gestellt. Die "Nordrhein- Westfalen" ist das Schwesterschiff der "Baden-Württemberg", die vor einem Jahr in die Flotte aufgenommen wurde. Das Schiff sei für langandauernde maritime Stabilisierungsoperationen gebaut. "Für diese Szenarien ist uns wirklich ein großer Wurf gelungen", sagte der Flottenchef, Vizeadmiral Rainer Brinkmann, bei der Indienststellung am Marinestützpunkt Wilhelmshaven. 2021 sollen nun die "Sachsen-Anhalt" und die "Rheinland-Pfalz" folgen. Beide sind schon auf Erprobungsfahrt.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte, es sei das erste Schiff in der Marine-Geschichte, das den Namen "Nordrhein-Westfalen" trage. Die Fregatte werde als fahrende Botschafterin von NRW auf den Weltmeeren unterwegs sein und für den Erhalt von Frieden und Freiheit sorgen. Die militärische Zeremonie fiel aufgrund der Corona-Auflagen deutlich kleiner als geplant aus. Zudem galt für Crew und Gäste: 1,5 Meter Mindestabstand und Maskenpflicht.

Die neuen Schiffe sind rund 150 Meter lang und kommen mit einer deutlich kleineren Stammbesatzung als die Vorgängerschiffe aus. Die Fregatten können bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet bleiben, ohne für größere Wartungsarbeiten nach Deutschland zurückkehren zu müssen. Für die vier Fregatten gibt es acht Besatzungen mit jeweils 126 Soldatinnen und Soldaten. Neu ist, dass die Besatzungen rotieren können. Die Plattform bleibt, die Besatzung wechselt.

An Bord ist Platz für zwei Helikopter. Vier schnelle Einsatzboote können von der Längsseite des Rumpfes ins Wasser gelassen werden. Die neuen Fregatten sind zudem ausgerüstet mit fünf Maschinengewehren, zwei Nahbereichsflugabwehrsystemen und einem 127-Millimeter Marinegeschütz, der größten Rohrwaffe, die derzeit auf einem Marine-Schiff installiert ist.

Mit dem Neuzugang sind nun zehn Fregatten unterschiedlicher Bautypen in der Flotte. Der "Methusalem" ist die mehr als 30 Jahre alte Fregatte "Lübeck" der Typreihe "F122", der sogenannten "Bremen"-Klasse. Hinzu kommen vier Fregatten der "Brandenburg"-Klasse ("F123") und drei der "Sachsen"-Klasse ("F124"). Die Reihen sind jeweils nach dem Erstschiff, der "First of Class", benannt.

Für Entwicklung und Bau der Fregatten schlossen sich ThyssenKrupp Marine Systems und die Bremer Friedrich Lürssen Werft zur "Arbeitsgemeinschaft Fregatte 125" zusammen. Inklusive der Waffensysteme liegt der Gesamtauftrag bei einem Volumen von 3,1 Milliarden Euro, 2,8 Milliarden entfallen dabei auf die Industrie.

Das Gesamtprogramm verzögerte sich um mehrere Jahre. Die Indienststellung der "Baden-Württemberg" war eigentlich 2014 geplant, dann 2017 vorgesehen. Es wurde dann Juni 2019. Die Bundeswehr hatte lange Zeit die Annahme des Schiffes von der Industrie verweigert, weil es in dem komplexen Führungs-, Waffen- und Einsatzsystem vor allem bei der Hard- und Software Probleme gab.

Quelle: DPA