Fredi Bobic: "Gehaltsobergrenze bekommt man nicht hin"

Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic steht im Stadion. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild
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01. Juli 2020 - 15:01 Uhr

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hält eine Gehaltsobergrenze im europäischen Profifußball auch angesichts der Corona-Krise für nicht realistisch. "In Europa bekommt man nicht einmal eine Briefmarke hin", sagte er am Mittwoch während einer Pressekonferenz. "Auf europäischer Ebene wird man das nicht hinkriegen. Ich glaube nicht daran." National könne man es machen, wäre dann aber nicht mehr konkurrenzfähig.

Auch die Corona-bedingten niedrigeren Ablösesummen würden sich wieder nach oben verändern. "Ich bin realistisch und weiß, wie die Wirtschaft funktioniert: höher, schneller, weiter", sagte Bobic. Momentan würden "unfassbar viele Spieler" angeboten werden, darunter viele richtig gute. "Wenn erst in Italien, England und Spanien die Meisterschaften zu Ende gehen, wird der Markt überschwemmt werden."

Bei Eintracht Frankfurt hätte man erstmal alles auf null gestellt, weil seit der Corona-Pause im März der Verein einen Einnahmeverlust von 20 Millionen Euro habe und bis zum Ende des Jahres nur mit einem Umsatz von 140 Millionen Euro rechne. Zuletzt verzeichneten die Hessen - auch durch die großen Erfolge in der Europa League - einen Umsatzrekord von 280 Millionen Euro.

"Nun stehen wir vor brutalen Problemen", sagte Bobic. Es werde nun ein Investitionsstopp bei Projekten geben und neue Gespräche mit den Fußballprofis über einen weiteren Gehaltsverzicht in den kommenden Monaten. Auch bei Ein- und Verkäufen von Spielern werde man erstmal abwarten. "Wir lassen und nicht verrückt machen", meinte er.

Zuversichtlich ist er dagegen, dass die Eintracht noch im Sommer den bis 2021 datierten Vertrag mit Trainer Adi Hütter verlängern wird. "Er ist, so glaube ich, glücklich bei der Eintracht", so Bobic.

Quelle: DPA