Empörung in Kanada

Frauenmörder bekommt Freigang fürs Bordell - und tötet wieder eine Frau

Gallese

05. Februar 2020 - 10:52 Uhr

Von "Hochrisiko" auf "niedrig bis mäßig gefährlich" herabgestuft

Gründlicher hätte die kanadische Justiz nicht daneben liegen können: Im vergangenen Jahr wurde der verurteilte Frauenmörder Eustachio Gallese als "niedrig bis mäßig" gefährlich eingestuft. Er bekam nicht nur Ausgang, sondern durfte sich sogar mit Prostituierten treffen. Im Januar ermordete er die 22-jährge Marylène Lévesque.

Er durfte seine sexuellen Bedürfnisse befriedigen.

Marylène Lévesque
Mordopfer Marylène Lévesque

Gallese hatte seine damalige Freundin 2004 verprügelt, mit einem Hammer geschlagen und schließlich mit zwei Messerstichen getötet. 2006 wurde er wegen Mordes verurteilt: 15 Jahre Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, berichtet "CBC Canada". Nicht nur das: Das Gericht sah in ihm einen wahrscheinlichen Wiederholungstäter, verpasste ihm den Status "Hochrisiko".

Dieser Status wurde 2019 herabgestuft. Der nun als kaum noch gefährlich geltende Brutalo durfte tagsüber zeitweise das Gefängnis verlassen und sich sogar mit Prostituierten treffen. Er hatte die Erlaubnis, seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Justizversagen beschäftigt mittlerweile auch die Politik

Bei einem seiner Ausflüge lernte er in einem Massagesalon Marylène Lévesque kennen. Er soll in dem Etablissement gewalttätig gegenüber Frauen geworden sein. Die Behörden sahen daraufhin einen "einen besorgniserregenden und signifikanten Risikofaktor" in ihrer Strategie. Der Fall sollte in sechs Monaten neu bewertet werden.

Viel zu spät für die 22-jährige Lévesque: Zwei Monate vor der Neubewertung brachte Gallese die junge Frau in einem Hotelzimmer in der Provinz Quebec um. Anschließend stellte der 51-Jährige sich der Polizei. Warum er zum Wiederholungstäter wurde, sagt er nicht. Fest steht: Er konnte es nur werden, weil die Justiz ihren Fehler nicht korrigierte, obwohl bekannt war, dass Gallese weiterhin gewalttätig gegen Frauen war.

Der Fall schlägt in Kanada hohe Wellen und beschäftigt mittlerweile auch die Politik.