Frauenfeindliche Hetze gegen Claudia Neumann: ZDF stellt Strafanzeige

Claudia Neumann ist Opfer von frauenfeindlicher Hetze geworden.
Claudia Neumann ist Opfer von frauenfeindlicher Hetze geworden.
© dpa, Rainer Jensen, rje htf fie wok fdt

29. Juni 2018 - 19:13 Uhr

Beleidigung und öffentliche Aufforderung zu Straftaten

Selbst im Jahr 2018 scheint eine Frau, die Fußball kommentiert, einige Möchtegern-Fußballfans zu verunsichern. Anders ist die frauenfeindliche Hetze in sozialen Netzwerken gegen Sportreporterin Claudia Neumann kaum zu erklären. Eine Entschuldigung ist das selbstverständlich nicht, daher hat sich das ZDF entschlossen, Strafanzeige zu stellen. Es gehe um Beleidigung und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten.

Zwei User im Fokus der Ermittlungen

14.06.2018, Berlin, Deutschland - Pressekonferenz zur Reform des Telemedienauftrags der oeffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Foto: Dr. Thomas Bellut, Intendant Zweites Deutsches Fernsehen, ZDF. *** 14 06 2018 Berlin Germany Press Conference on
Thomas Bellut hofft auf eine abschreckende Wirkung der Klage.
© imago/Reiner Zensen, Reiner Zensen, imago stock&people

"Das ZDF hat bei der Staatsanwaltschaft Mainz Strafantrag gestellt gegen zwei Nutzer, die sich auf Social Media gegenüber Claudia Neumann und dem ZDF extrem abfällig geäußert haben", sagte ZDF-Intendant  Thomas Bellut der 'Allgemeinen Zeitung' in Mainz.

Der 63-Jährige sprach von einer "abenteuerlichen Einstellung" einiger Nutzer: "Offenbar hat immer noch ein Teil der Zuschauer ein  Problem damit, dass eine Frau Fußball kommentiert."

Hoffnung auf abschreckende Wirkung

Das ZDF hoffe auf eine abschreckende Wirkung. Ob die Klage im Kampf gegen den offensichtlichen Sexismus in der Fußballlandschaft hilft, ist zwar zu hoffen, allerdings leider auch zu bezweifeln. Auch wenn es das richtige Signal ist, sitzt die verbohrte Ignoranz einiger vermeintlicher Fußball-Fans offenbar zu tief.

Zuletzt hatten sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und  der Journalistinnenbund gemeinsam für Neumann eingesetzt. Die Organisationen schrieben in einer gemeinsamen Pressemitteilung, sie zeigten "gemeinsam allen Pöblern symbolisch die Rote Karte für Anfeindungen und verbale Gewalt" gegen Neumann.

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Gegenbewegung auf Twitter

Hoffnung macht eine Gegenbewegung, die sich auf Twitter entwickelt hat. Dort fordern User, dass Neumann das WM-Finale statt Bela Rethy kommentieren solle. Eine Aktion, die das ZDF unter Druck setzt. Wenn der Sender wirklich ein Zeichen gegen Sexismus setzen will, wäre genau das die richtige Antwort.