Patientin starb nach Kaiserschnitt

Frauenärzte von Gericht freigesprochen

Die drei Frauenärztinnen auf der Anklagebank
Die drei Frauenärztinnen auf der Anklagebank
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20. November 2019 - 12:02 Uhr

Ärztinnen machten alles richtig

Drei Gynäkologinnen, die wegen fahrlässiger Tötung angeklagt waren, hat das Landgericht Frankfurt freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft konnte den Medizinerinnen keine Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht nachweisen. Eine Patientin war im juli 2018 nach einem Kaiserschnitt gestorben. Stattdessen geraten nun andere Abteilungen des Krankenhauses ins Visier der Ermittler.

Lag der Fehler bei der Anästhesistin?

Gutachter haben bestätigt, dass die Patientin bei korrekter Behandlung hätte gerettet werden können. Die Patientin litt nach einem Kaiserschnitt an einer atonischen Blutung. Dabei zieht sich die Gebärmutter nach der Geburt nicht wie üblich zusammen, nachdem der Mutterkuchen abgestoßen wird. Stattdessen blutet die Gebärmutter weiter und es droht die Verblutung nach sehr kurzer Zeit.

Laut Staatsanwaltschaft wurden die Blutwerte nur unzureichend bewertet, weshalb der lebensdrohliche Zustand nicht erkannt wurde. Die Sterbewahrscheinlichkeit der Patientin habe aufgrund der Blutung im zweistelligen Berich gelegen. Nun muss geklärt werden, ob die Anästhesistin auf der Intensivstation Fehler gemacht hat.

Was war passiert?

Am 9. Juli 2014 brachte die damals 31-jährige Frau einen Jungen per Kaiserschnitt zur Welt. Kurz danach kam es zu Komplikationen: Die junge Mutter verlor große Mengen Blut und erlitt einen Kreislaufschock. Einen Tag später starb sie.

Die Anklage warf den behandelnden Frauenärztinnen vor, unbewusst fahrlässig gehandelt zu haben. Von diesem Vorwurf wurden sie nun freigesprochen.