Viele finden das Styling echt daneben

Frau färbt ihre Dogge pink - der Grund lässt uns staunen

04. Februar 2019 - 14:56 Uhr

Ungewöhnliche Hilfe für Dogge 'Drama'

'Drama' heißt diese Dogge aus Amerika. Und ja, sie ist pink. Da stellt sich doch die Frage: Warum? Ihre Besitzerin, die 21-jährige Jessica Williams aus Kentucky, USA hat dafür einen guten Grund. 

Eigentlich sollte man meinen, Menschen, die deutsche Doggen kaufen, haben keine Schwierigkeiten damit, dass ihr Hund auf andere eventuell einschüchternd wirkt. Ist aber nicht so. Zumindest Jessica Williams aus Kentucky hat sehr darunter gelitten, dass Spaziergänger und andere Hunde beim Gassigehen eher einen Bogen um ihre Dogge 'Drama' machen.

"Die Leute haben im Allgemeinen Angst vor großen Hunden. Ich habe gemerkt, dass manche Menschen nicht so sehr auf meinen Hund zugehen können, wie auf die Kleinen", erklärt sie der "Metro".

Damit ihre arme Dogge nicht sozial vereinsamt, entscheidet sich Jessica zu einem ganz besonderen Schritt. Sie lässt das Fell ihres fünf Monate alten Welpen knall pink färben. Und nicht nur das: auch Dramas Krallen schneidet sie kürzer und lackiert sie in einem flotten Lila.

"Wenn sie gefärbt werden, ist es einfacher, sie zu sozialisieren, weil nicht so viele Menschen Angst haben - besonders wenn sie rosa und violett sind", ist sich die Hundebesitzerin sicher.

Sogar Morddrohungen hat Jessica schon bekommen

Fast 100 Euro lässt sich Jessica Dramas modische Anti-Aggressions-Beautybehandlung kosten. Und ist mit dem Ergebnis in jeder Hinsicht zufrieden. "Drama' bringt Menschen zum Lächeln und die Leute kommen eher auf sie zu und fragen, ob sie sie streicheln dürfen", erzählt die 21-Jährige glücklich.

Was 'Drama' von ihrem Beauty-Programm hält, lässt sich nur schwer abschätzen. Denn leider ist die Dogge farbenblind. Aber Williams ist sich sicher: "Alle andere finden, dass sie toll aussieht."

Alle? Nicht ganz. Während einige Dramas Pink-Look fantastisch finden, gibt es viele Menschen die sich über die Färbeaktion aufregen. Sogar Morddrohungen soll die 24-Jährige schon bekommen haben. Jessica nimmt es gelassen. Der verwendete Farbstoff sei völlig unbedenklich und schade 'Drama' überhaupt nicht. "Wir sorgen dafür, dass ein sicherer Farbstoff  verwendet wird und sie liebt die Erfahrung - es ist, als hätte sie ihren eigenen Spa-Tag."

Im Übrigen, versichert Jessica, sei 'Drama' verwöhnter als manch' Erwachsener. Ob das jetzt als positives Argument durchgehen kann, bleibt allerdings dahin gestellt.

Expertin entsetzt: "Ein Hund ist ein Tier und kein Spielzeug"

Aber ganz so harmlos, wie Jessica Simpson ihre Hundefärbe-Aktion darstellt, ist es nicht. Franziska Knabenreich arbeitet als Hundefriseurin in ihrem eigenem Salon Feingemacht in Eltville. Seit 7 Jahren bloggt sie dazu über Vierbeiner und ist regelmäßig in der VOX-Sendung "hundkatzemaus" zu sehen. Die Expertin in Sachen Fellpflege ist entsetzt über die Aktion. Für sie ist das Färben von Hundefell ein "abolutes No Go". 

Erstens weiß man nie, wie der Hund die Farbe verträgt. Auch wenn Anbieter ihre Farbe als ungiftig und unschädlich anpreisen, kann man nie voraussagen, wie die Hundehaut reagiert und ob es zu allergischen Reaktionen kommt. Denn Hunden hat eine sehr viel empfindlichere Haut mit einem sehr viel höheren PH-Wert als Menschen. Bei ihrer täglichen Fellpflege lecken Hunde ihr Fell darüberhinaus immer wieder ab, um es zu reinigen und nehmen so den toxischen Cocktail zu sich. Und: viele Färbemittel stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen, ein weiterer Grund für die Hundeexpertin, von jeglichem Färbemittel bei Hunden definitiv die Finger zu lassen.

Und selbst wenn die Haut des Hundes die Farbe verträgt, hat eine solche Färbeaktion nichts mit den natürlichen Bedürfnissen eines Hundes zu tun, davon ist Franziska Knabenreich überzeugt. Denn Hunde mögen es eigentlich überhaupt nicht angestarrt zu werden, weder von Menschen noch von Tieren. Es führt zu Verunsicherung und unter Umständen auch zu Aggressionen, auf beiden Seiten.

Ein Hund ist ein Tier und kein Spielzeug, da gibt es für Franziska Knabenreich keinerlei Diskussion. Und Hundehalter haben eine Verantwortung gegenüber ihren Haustieren. Wer Hunden einer solchen artfremden Schönheitsprozedur aussetzt, handelt ihrer Ansicht nach grob fahrlässig.